Musik & Schwangerschaft

Musik als Entspannungstechnik

In freudiger oder ängstlicher Erwartung? In einem aktuell in Die Welt erschienenen Artikel mit dem Titel „Wenn Schwangerschaft zum Nervenkrieg wird“ wird deutlich, dass das Erleben von Angst und Stress in der Schwangerschaft nicht unüblich ist. Dies wird auch mit dem erhöhten Druck durch die steigenden Möglichkeiten pränataler Untersuchungen in Verbindung gebracht. Mit Angst und Stress ist auch eine vermehrte Ausschüttung von Stresshormonen verbunden, welche auf das ungeborene Kind einwirken und beispielsweise dazu führen können, dass der Fetus weniger an Gewicht zunimmt.

In einer Studie wurde der Einfluss von Musik auf das Stresserleben und die Konzentration des Stresshormons Kortisol untersucht. Dabei wurden schwangere Frauen, welche auf eine Fruchtwasseruntersuchung warteten, in drei unterschiedliche Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe hörte während 30 Minuten entspannende Musik. Die zweite Gruppe las vor der Untersuchung Zeitschriften und die dritte Gruppe verbrachte die Zeit im Warteraum.

Sowohl vor als auch nach der Wartezeit wurde der Kortisolspiegel der Schwangeren gemessen und die Frauen gaben an, wie ängstlich sie sich fühlten. Bei denjenigen Frauen, welche sich mit Musik entspannten, liess die Angst am meisten nach. Auch die Kortisolspiegel sanken in der Musikgruppe am stärksten ab. Am effektivsten war diese Entspannungsmethode bei schwangeren Frauen, welche bereits im Vorfeld besonders ängstlich waren oder sehr hohe Stresshormonspiegel hatten.

Die Autoren der Studie führen an, dass Musik hören von Stress oder Schmerzen ablenken und so Entspannung fördern würde. Die Autoren betonen weiter, dass die Wahl der Musik sehr individuell sei und dass jede Musik verwendet werden könne, solange die schwangere Frau diese als entspannend empfindet. Musik als Entspannungsmethode kann bereits zu Beginn der Schwangerschaft eingesetzt und leicht in den Alltag eingebaut werden und kann eine wirksame Methode zur Reduktion des Stresserlebens im Zusammenhang mit pränatalen Untersuchungen sein.

Verfasserin Jessica Ruppen

Quelle:

Ventura, T., Gomes, M. C., & Carreira, T. (2012). Cortisol and anxiety response to a relaxing intervention on pregnant women awaiting amniocentesis. Psychoneuroendocrinology, 37(1), 148-156.