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Jörg Gross

Jörg Gross, Prof. Dr.

  • Professor für Sozial- und Wirtschaftspsychologie
Tel.
+41 44 635 72 30
Raumbezeichnung
BIN 3 C.02

Ich bin Professor für Sozial- und Wirtschaftspsychologie an der Universität Zürich. Unsere Forschungsgruppe untersucht eine vermeintlich einfache Frage: Warum und wann kooperieren Menschen, und wie gelingt es Gruppen, der Versuchung des Trittbrettfahrens entgegenzuwirken? Ausserdem erforschen wir die Schattenseiten der Kooperation: kollaborative Korruption, Intergruppenkonflikte und die Frage, wie Ungleichheit aus menschlicher Kooperation hervorgeht und diese zugleich prägt. Dabei verbinden wir Methoden und Ansätze aus Psychologie, Ökonomie und Biologie, etwa anreizbasierte Gruppenexperimente, kulturvergleichende Studien und computergestützte Modellierung.  Unsere Ergebnisse wurden unter anderem in Science Advances, Nature Human Behaviour, Nature Communications, PNAS, Trends in Cognitive Sciences, Journal of Personality and Social Psychology und Psychological Science veröffentlicht.

 

Aktuelle Forschungsschwerpunkte

Gruppenkooperation

Im Angesicht globaler Probleme wie etwa des Klimawandels ist es von zentraler Bedeutung zu verstehen, wie erfolgreiche Kooperation innerhalb und zwischen Gruppen entstehen kann. Menschen verfügen über die bemerkenswerte Fähigkeit, voneinander zu lernen, ihre Handlungen zu koordinieren und sich gegenseitig zu unterstützen. Forschungsergebnisse zeigen jedoch auch, dass Kooperation schnell zusammenbrechen kann, wenn prosoziales Verhalten von einzelnen Gruppenmitgliedern ausgenutzt wird. In unserer Arbeit befassen wir uns daher mit Gruppenprozessen, die es ermöglichen, dieses fundamentale soziale Dilemma zu lösen.

 

Soziale Normen

Soziale Normen sind eng mit dem Thema Gruppenkooperation verknüpft. Sie lassen sich als (implizite) Handlungsanweisungen definieren, die von den Mitgliedern einer Gruppe in unterschiedlichem Maße geteilt werden. Kooperationsnormen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Gruppenmitglieder bereit sind, sich kooperativ zu verhalten und dies auch von anderen erwarten – selbst dann, wenn kooperatives Verhalten bedeutet, sich einzuschränken oder im Widerspruch zu eigenen Wunschvorstellungen zu handeln. Was wir jedoch noch nicht vollständig verstehen, ist, wie soziale Normen entstehen und weitergegeben werden. Zudem müssen soziale Normen nicht zwangsläufig darauf abzielen, das Wohlergehen aller zu fördern. In manchen Gruppen etablieren sich Normen, die antisoziales oder unethisches Verhalten legitimieren und verstärken. Ein besseres Verständnis sozialer Normen würde es uns ermöglichen, genauer vorherzusagen, warum manche Gruppen erfolgreich miteinander kooperieren und ethische Handlungsstandards entwickeln, während andere gänzlich konträre Wertmaßstäbe ausbilden.

 

Gruppenkonflikte

Kooperation und prosoziales Verhalten bedeuten oft, eigene Ressourcen, wie Zeit, Geld oder Aufwand, einzusetzen, um anderen zu helfen. Doch Menschen sind mitunter auch bereit, beträchtliche Energie aufzuwenden, um mit anderen zu konkurrieren oder ihnen sogar zu schaden. Besonders bei Konflikten zwischen Gruppen stellt sich die wichtige Frage, warum Menschen motiviert sind, anderen zu schaden, und wie sich solche Konflikte entschärfen lassen. In diesem Forschungsfeld befassen wir uns mit den Anreizstrukturen sozialer Konflikte, den Entstehungsbedingungen von Normen, die Konflikte begünstigen, sowie mit Mechanismen, die erfolgreich angewandt werden können, um Konflikte zu überwinden.

 

Werdegang

Seit 2022 Ausserordentliche Professur für Sozial- und Wirtschaftspsychologie
Universität Zürich
2016-2022 Assistant Professor
Department of Social, Economic and Organisational Psychology,
Universität Leiden (Niederlande)
2015-2016 Postdoctoral Research Fellow
Institute of Psychology,
Universität von Amsterdam (Niederlande)
2011-2015 Promotion
Department of Economics & Department of Cognitive Neuroscience,
Universität Maastricht (Niederlande)
PhD Advisors: Prof. Dr. Arno Riedl (Economics) & Prof. Dr. Rainer Goebel (Psychology)
2005-2010 Studium der Psychologie (Diplom)
Goethe Universität Frankfurt (Deutschland)

 

Ausgewählte Publikationen

Vollberg & Gross (2026). Selfish and prosocial individuals both distort their actions’ impact, but selfish distortions can be more contagious. Nature Human Behaviour. 
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Gross, Graf & Rossetti (2025). The hidden costs of human cooperation. Trends in Cognitive Sciences. 
Volltext

Gross, Meder, De Dreu, Romano, Molenmaker & Hoenig (2023). The evolution of universal cooperation. Science Advances.
Volltext

Gross & Vostroknutov (2022). Why do people follow social norms? Current Opinion in Psychology.
Volltext

Gross et al. (2021). When helping is risky: The behavioral and neurobiological tradeoff of social and risk preferences. Psychological Science.
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Gross & Böhm (2020). Voluntary restrictions on self-reliance increase cooperation and mitigate wealth inequality. Proceedings of the National Academy of Sciences.
Volltext

Gross & De Dreu (2019). Individual solutions to shared problems create a modern tragedy of the commons. Science Advances.
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Gross & De Dreu (2019). The rise and fall of cooperation through reputation and group polarization. Nature Communications.
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Gross, Leib, Offerman, & Shalvi (2018). Ethical free riding: When honest people find dishonest partners. Psychological Science.
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