Bachelorarbeiten
Übersicht der Bachelorarbeitsthemen dieser Professur
Durch Klick auf die einzelnen Themen werden die Detail-Informationen angezeigt.
- Themenvergabe durch OLAT
Betreuungsperson der Bachelorarbeit: Prof. Dr. U. ScholzTermin: 16. Februar 2026
Zeit: 18:00 Uhr
Raum: via OLAT
offen:
Müdigkeit und Erschöpfung im Kontext der Gesundheitspsychologie
Beschreibung: Beschreibung: Die Gesundheitspsychologie spielt eine wichtige Rolle im Verständnis von Müdigkeit und deren Auswirkungen im Arbeitskontext und im Alltag. So sind neben biologischen und physiologischen Einflussfaktoren gerade auch psychologische Mechanismen und Interventionsmöglichkeiten bei der Entstehung, Aufrechterhaltung und Bewältigung von Müdigkeit zu berücksichtigen. Zentrale Aspekte sind chronischer Stress, negative Gedankenmuster oder andere Verhaltensmuster wie z.B. Inaktivität oder ein unregelmässiger Schlaf-Wach-Rhythmus. Nicht zuletzt durch die COVID-19-Pandemie und das damit einhergehende Post-COVID-Syndrom hat der Begriff der ?Fatigue? deutlich an Bedeutung gewonnen (Renz-Polster & Scheibenbogen, 2022; Hoffmann et al., 2024). In der Forschungsliteratur herrschen allerdings unterschiedliche Konzepte und Begrifflichkeiten. So können Müdigkeit (Tiredness), Fatigue und Erschöpfung (Exhaustion) beispielsweise als unterschiedliche Zustände auf einem Kontinuum gesehen werden (Matti et al., 2022). Die Zustände können in extremis unter einer chronischen Belastung zu einem Burnout-Syndrom (z.B. 7-Phasen-Modell von Burisch) oder zur Diagnose Chronisches Erschöpfungssyndroms (CFS) mit weiteren Begleit- und Folgesymptomen führen.
Die Bachelorarbeit soll einen aktuellen Überblick über die unterschiedlichen Betrachtungsweisen von Müdigkeit bis Erschöpfung im Kontext der Gesundheitspsychologie geben, u.a. theoretische Modelle, Konzepte und empirische Studien, aber auch diagnostische Instrumente, mögliche Interventionstechniken und therapeutische Massnahmen etc.
Es besteht die Möglichkeit, den zweiten Teil der Bachelorarbeit frei zu gestalten, indem z.B. ein Aspekt bzw. Thema aus einzelnen Studien aufgegriffen und vertieft wird.
Die Bachelorarbeit soll auf Deutsch verfasst werden.
Literatur: Mögliche Einstiegsartikel ins Thema:
Hoffmann, K., Hainzl, A., Stingl, M., et al. (2024). Interdisziplinäres, kollaboratives D-A-CH Konsensus-Statement zur Diagnostik und Behandlung von Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronischem Fatigue-Syndrom [Interdisciplinary, collaborative D-A-CH (Germany, Austria and Switzerland) consensus statement concerning the diagnostic and treatment of myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome].
Wiener klinische Wochenschrift, 136(Suppl 5), 103-123. https://doi.org/10.1007/s00508-024-02372-y
Matti, N., Mauczok, C, & Specht, M. B. (2022). Müdigkeit, Fatigue und Erschöpfung: Alles das Gleiche oder Ausprägungen eines Kontinuums? ? Ein Diskussionsanstoss. Somnologie, 26, 187-198. https://doi.org/10.1007/s11818-022-00372-6
Renz-Polster, H., & Scheibenbogen, C. (2022). Wenn COVID nicht aufhört: Post-COVID-Verläufe mit Fatigue und Belastungsintoleranz. Deutsche medizinische Wochenschrift (1946), 147(20), 1320-1330. https://doi.org/10.1055/a-1849-8953
Kontakt: Daniel Hausmann, E-Mail[ Einzelthema ]
Status: offen (erfasst / geändert: 08.12.2025)Die Rolle von Ambivalenz bei der Gesundheitsverhaltensänderung
Beschreibung: Beschreibung: Ambivalenz ist ein Konzept, welches in der Psychologie in unterschiedlichen Formen und Situationen auftritt. Ambivalenz (lat. ambi = zu beiden Seiten, valere = gelten) ist grundsätzlich ein normaler Teil menschlicher Erfahrung und bezeichnet einen psychischen Zustand, bei dem gleichzeitig widersprüchliche Gefühle, Gedanken oder Überzeugungen gegenüber einer Situation, einer Idee, einem Objekt oder einer Person existieren. Situationen können beispielsweise als ambigue bzw. mehrdeutig wahrgenommen werden, im Erleben oder Verhalten ist man zwiespältig bzw. hin- und hergerissen, erlebt gleichzeitig positive und negative Aspekte, und Ambivalenz kann hinderlich sein für die Motivationsbildung zur Verhaltensänderung oder bei der längerfristigen Handlungsausführung. Gerade bei einer anstehenden Gesundheitsverhaltensänderung spielt dieses Spannungsverhältnis eine wichtige Rolle, z.B. als zentrales Merkmal in der Kontemplationsphase (im Transtheoretischen Modell von Prochaska & DiClemente, 1983), als Handlungsergebniserwartung (im Rahmen der sozial-kognitiven Theorie von Albert Bandura, 1977), als Ambivalenzwippe (im Entscheidungskontext, Miller & Rollnick, 2009) oder als Change Talk im Umgang mit motivationalen Widerständen (im methodischen Ansatz bzw. in der Theorie des Motivational Interviewing von Miller & Rollnick, 2009).
Die Bachelorarbeit soll einen aktuellen Überblick über die unterschiedlichen Betrachtungsweisen von Ambivalenz geben (u.a. theoretische Modelle, Konzepte und Interventionstechniken, diagnostische Instrumente, empirische Studien etc.), welche für die Gesundheitsverhaltensänderung relevant sind.
Es besteht die Möglichkeit, den zweiten Teil der Bachelorarbeit frei zu gestalten, indem z.B. ein Aspekt bzw. Thema aus einzelnen Studien aufgegriffen und vertieft wird.
Die Bachelorarbeit soll auf Deutsch verfasst werden.
Literatur: Mögliche Einstiegsartikel ins Thema:
Feldstein Ewing, S. W., Apodaca, T. R., & Gaume, J. (2016). Ambivalence: Prerequisite for success in motivational interviewing with adolescents? Addiction, 111, 1900-1907. https://doi.org/10.1111/add.13286
Neto, D., Carvalho, S., Ribeiro, P., Lavoie, K., Bacon, S., & Cornélio, M. (2022). Methods to assess ambivalence toward food and diet: a scoping review protocol. JBI Evidence Synthesis, 20(4), 1142-1149. https://doi.org/10.11124/JBIES-21-00058.
Schauman, O., & Mansell, W. (2012). Processes underlying ambivalence in help-seeking: The loss of valued control model. Clinical Psychology: Science and Practice, 19(2), 107-124. https://doi.org/10.1111/j.1468-2850.2012.01277.x
Kontakt: Daniel Hausmann, E-Mail[ Einzelthema ]
Status: offen (erfasst / geändert: 08.12.2025)Intervention Mapping zur Förderung der körperlichen Aktivität: Eine Analyse bestehender Ansätze
Beschreibung: Mangelnde körperliche Aktivität ist weltweit einer der führenden Risikofaktoren für chronische Erkrankungen. Obwohl unzählige Programme zur Bewegungsförderung existieren, fehlt vielen eine fundierte theoretische Basis oder eine systematische Planung, was ihre Wirksamkeit oft einschränkt. Um erfolgreiche Gesundheitsinterventionen zu entwickeln, hat sich das Intervention Mapping (IM; Bartholomew Eldredge et al., 2016) als Rahmenmodell etabliert. Es führt Interventionsentwickler:innen systematisch durch den Prozess der Programmentwicklung, von der Bedarfsanalyse bis zur Evaluation.
Diese Bachelorarbeit soll das IM tiefgehend aufarbeiten und dessen Anwendung im spezifischen Kontext der körperlichen Aktivität untersuchen. Ziel ist es, zunächst das methodische Vorgehen des IM und dessen Schritte verständlich darzustellen. Darauf aufbauend soll im Kern der Arbeit eine Literaturrecherche durchgeführt werden, die analysiert, wie das IM in der Forschung zur Förderung körperlicher Aktivität angewendet wurde. Um für zukünftige Interventionen nutzbar zu sein, soll die Arbeit das "Logische Modell der Veränderung" aus den existierenden Studien extrahieren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der kritischen Auseinandersetzung mit der jeweiligen Zielpopulation, da wirksame Präventionsmassnahmen stark von den spezifischen Lebensumständen und Bedürfnissen der Adressatinnen und Adressaten abhängen. Die Literaturrecherche soll sich primär auf IM Ansätze für die allgemeine erwachsene Bevölkerung oder Menschen im mittleren Erwachsenenalter konzentrieren. Konkret gilt es dabei, drei zentrale Fragen zu beantworten. Erstens sollen die Leistungsziele (Performance Objectives) identifiziert werden, indem aufgezeigt wird, in welche konkreten Teilhandlungen Forschende das komplexe Verhalten "Körperliche Aktivität" unterteilen. Zweitens sollen die Determinanten des Verhaltens herausgearbeitet werden. Hierbei interessiert, welche psychologischen Einflussfaktoren wie beispielsweise Selbstwirksamkeit, Risikowahrnehmung oder Ergebniserwartungen in den Studien als zentral identifiziert wurden, um diese Teilhandlungen zu beeinflussen. Drittens soll anhand ausgewählter Beispiele aus der Literatur exemplarisch dargestellt werden, wie diese Determinanten mit den Leistungszielen zu konkreten Veränderungszielen (Change Objectives) verknüpft werden.
Die Arbeit soll somit einen systematischen Überblick über die in der Literatur genutzten Matrizen der Veränderung geben und kritisch diskutieren, welche Zielebenen in der aktuellen Forschung dominieren. Die Arbeit kann in deutscher oder englischer Sprache verfasst werden.
Literatur:
Bartholomew Eldredge, L. K., Markham, C. M., Ruiter, R. A. C., Fernàndez, M. E., Kok, G., & Parcel, G. S. (2016). Planning health promotion programs: An Intervention Mapping approach (4th ed.). Jossey-Bass.
Fernandez, M. E., Ruiter, R. A. C., Markham, C. M., & Kok, G. (2019). Intervention Mapping: Theory- and Evidence-Based Health Promotion Program Planning: Perspective and Examples. Frontiers in Public Health, 7, 209. https://doi.org/10.3389/fpubh.2019.00209?
Kontakt: Waltert Bierbauer, E-Mail[ Einzelthema ]
Status: offen (erfasst / geändert: 08.12.2025)Interventionen gegen Einsamkeit: Welche Inhalte sind wirksam und in digitale Formate übertragbar?
Beschreibung: Einsamkeitsgefühle sind laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO, 2025) weit verbreitet und nehmen tendenziell zu. Gegen Einsamkeit existieren verschiedene wirksame Interventionen, etwa solche, die soziale Kontakte fördern (Hansen et al., 2024). Mit der fortschreitenden Digitalisierung wächst das Interesse, diese Interventionen auch in digitalen Formaten einer breiten Bevölkerung zugänglich zu machen (Hansen et al., 2025). Diese Bachelorarbeit untersucht, welche Interventionselemente gegen Einsamkeit empirisch wirksam sind und inwiefern sie sich in digitale Formate übertragen lassen.
Die Bachelorarbeit kann auf Deutsch oder Englisch geschrieben werden.
Literatur:
World Health Organization. (2025). From loneliness to social connection: Charting a path to healthier societies. WHO.
Hansen, T., Johansen, R., Kirkøen, B., Stene-Larsen, K., Straiton, M., Tornes, R. A., & Reneflot, A. (2025). Digital bridges to social connection: A systematic review and meta-analysis of digital interventions for loneliness and social isolation. Internet Interventions, 41, 100856. https://doi.org/10.1016/j.invent.2025.100856
Hansen, T., Nes, R. B., Hynek, K., Nilsen, T. S., Reneflot, A., Stene-Larsen, K., Tornes, R. A., & Bidonde, J. (2024). Tackling social disconnection: An umbrella review of RCT-based interventions targeting social isolation and loneliness. BMC Public Health, 24(1), 1917. https://doi.org/10.1186/s12889-024-19396-8
Kontakt:
timon.elmer@uzh.ch
Kontakt: Timon Elmer, E-Mail[ Einzelthema ]
Status: offen (erfasst / geändert: 08.12.2025)KI-Chatbots für die psychische Gesundheit: Chancen und Herausforderungen
Beschreibung: Psychische Belastungen nehmen weltweit zu, und immer mehr Menschen nutzen KI-Chatbots wie ChatGPT für Fragen rund um ihre psychische Gesundheit. Diese Systeme bieten Chancen wie niederschwelligen Zugang, personalisierte Unterstützung und schnelle Verfügbarkeit. Gleichzeitig bestehen Herausforderungen wie Fehlinformationen, mangelnde Evidenzbasis, Datenschutzrisiken und die Gefahr von Abhängigkeit oder unangemessener emotionaler Bindung.
Diese Bachelorarbeit untersucht die wichtigsten Chancen und Herausforderungen von KI-Chatbots im Bereich psychische Gesundheit und analysiert, welche evidenzbasierten Interventionselemente sich verantwortungsvoll in solche Systeme integrieren lassen.
Die Bachelorarbeit kann auf Deutsch oder Englisch geschrieben werden.
Literatur:
Torous, J., Linardon, J., Goldberg, S. B., Sun, S., Bell, I., Nicholas, J., Hassan, L., Hua, Y., Milton, A., & Firth, J. (2025). The evolving field of digital mental health: Current evidence and implementation issues for smartphone apps, generative artificial intelligence, and virtual reality. World Psychiatry, 24(2), 156?174. https://doi.org/10.1002/wps.21299
Heinz, M. V., Mackin, D. M., Trudeau, B. M., Bhattacharya, S., Wang, Y., Banta, H. A., Jewett, A. D., Salzhauer, A. J., Griffin, T. Z., & Jacobson, N. C. (2025). Randomized Trial of a Generative AI Chatbot for Mental Health Treatment. NEJM AI, 2(4). https://doi.org/10.1056/AIoa2400802
Kontakt:
timon.elmer@uzh.ch
Kontakt: Timon Elmer, E-Mail[ Einzelthema ]
Status: offen (erfasst / geändert: 08.12.2025)Längerfristige Aufrechterhaltung der Effekte gesundheitspsychologischer Interventionen
Beschreibung: Eine ausreichende körperliche Aktivität, eine ausgewogene Ernährung oder der Verzicht auf das Rauchen leisten einen zentralen Beitrag zur Förderung und Erhaltung von Gesundheit und Wohlbefinden. Um solche Gesundheitsverhalten zu fördern, wurden diverse gesundheitspsychologische Interventionen durchgeführt. Diese zeigen oft kurzfristige Effekte, die jedoch tendenziell über die Zeit abnehmen. Dabei können verschiedene Arten von Interventionen unterschiedlich lange andauern. Ein besseres Verständnis der Aufrechterhaltung von Interventionseffekten ist zentral für die Entwicklung nachhaltiger gesundheitspsychologischer Interventionen, Kosten-Nutzen-Abwägungen und die Planung von Auffrischungsmassnahmen.
Trotz der wachsenden Zahl an Interventionsstudien sind Nachbefragungen, die die Untersuchung der Aufrechterhaltung von Interventionseffekten ermöglichen, weiterhin selten und zeitlich uneinheitlich gestaltet. Die Erhebung der Langzeiteffekte erfolgt häufig im Rahmen einzelner Follow-up-Befragungen, deren Zeitpunkte zwischen Studien variieren können. Ein systematischer Vergleich der Interventionseffekte zu unterschiedlichen Follow-up-Zeitpunkten fehlt häufig. Dies ist jedoch unerlässlich, um ein fundiertes Verständnis der Aufrechterhaltung gesundheitspsychologischer Interventionen zu gewinnen.
Ziel der Bachelorarbeit ist es, den aktuellen Forschungsstand zu den längerfristigen Effekten von Interventionen auf das Gesundheitsverhalten systematisch aufzubereiten und deren Aufrechterhaltung aufzuzeigen. Dazu sollen empirische Studien zu einem ausgewählten Gesundheitsverhalten (z.B. körperliche Aktivität, Rauchentwöhnung) identifiziert und integriert werden, die Interventionseffekte zu verschiedenen Follow-up Zeitpunkten erfassen. Dabei kann auch untersucht werden, inwiefern verschiedene Arten von Interventionen Unterschiede in der Aufrechterhaltung ihrer Effekte aufweisen.
Bemerkung:
Die Arbeit kann auf Deutsch oder Englisch verfasst werden.
Empfohlene Literatur:
Um einen Einstieg ins Thema zu finden, wird die folgende Literatur empfohlen:
? Mitchell, T. R., & James, L. R. (2001). Building better theory: Time and the specification of when things happen. The Academy of Management Review, 26(4), 530?547. https://doi.org/10.2307/3560240
? Schwaninger, P., Berli, C., Scholz, U., & Lüscher, J. (2021). Effectiveness of a dyadic buddy app for smoking cessation: Randomized controlled trial. Journal of Medical Internet Research, 23(9), Article e27162. https://doi.org/10.2196/27162
? Szczuka, Z., Kulis, E., Boberska, M., Banik, A., Kruk, M., Keller, J., Knoll, N., Scholz, U., Abraham, C., & Luszczynska, A. (2021). Can individual, dyadic, or collaborative planning reduce sedentary behavior? A randomized controlled trial. Social Science & Medicine, 287, Article 114336. https://doi.org/10.1016/j.socscimed.2021.114336
? Vallentin-Holbech, L., Rasmussen, B. M., & Stock, C. (2018). Effects of the social norms intervention The GOOD Life on norm perceptions, binge drinking and alcohol-related harms: A cluster-randomised controlled trial. Preventive Medicine Reports, 12, 304?311. https://doi.org/10.1016/j.pmedr.2018.10.019
Kontakt: Patrick Höhener, E-Mail[ Einzelthema ]
Status: offen (erfasst / geändert: 08.12.2025)Unbeabsichtigte negative Effekte gesundheitspsychologischer Interventionen
Beschreibung: Gesundheitsrelevante Verhaltensweisen wie körperliche Aktivität, ausgewogene Ernährung oder der Verzicht auf das Rauchen leisten einen zentralen Beitrag zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden. Um solche Verhaltensweisen gezielt zu unterstützen, werden vielfältige gesundheitspsychologische Interventionen eingesetzt. Während die positiven Effekte häufig im Vordergrund stehen, rücken zunehmend auch mögliche unbeabsichtigte negative Effekte der Interventionen in den Fokus. Dazu zählen zum Beispiel ungewollte Belastungszunahmen, Verschlechterungen des Gesundheitsverhaltens oder negative emotionale Nebenwirkungen und können durch Mechanismen wie Reaktanz oder Stigmatisierung auftreten. Ein besseres Verständnis potenzieller Risiken ist bedeutsam, um Interventionen sicher, ethisch verantwortungsvoll und wirksam zu gestalten.
Trotz wachsender Aufmerksamkeit sind systematische Untersuchungen zu negativen Interventionseffekten weiterhin selten. Erste theoretische Übersichtsarbeiten haben versucht, unbeabsichtigte Effekte von Interventionen zu kategorisieren (Osman et al., 2020; Stibe & Cugelman, 2016). Bisherige empirische Studien berichten unbeabsichtigte Nebeneffekte häufig unsystematisch oder gar nicht. Forschungslücken bestehen insbesondere darin, wie häufig negative Effekte tatsächlich auftreten, welche Mechanismen zugrunde liegen und welche Interventionselemente ein erhöhtes Risiko für unerwünschte Konsequenzen bergen.
Ziel der Bachelorarbeit ist es, die theoretischen Überlegungen zu unbeabsichtigten negativen Effekten aufzubereiten und zu systematisieren. Dazu soll Literatur identifiziert und ausgewertet werden, die sich explizit mit unerwünschten Nebenwirkungen oder Risiken im Kontext von Gesundheitsinterventionen befasst. Im Rahmen der Arbeit soll auch untersucht werden, welche Arten negativer Effekte typischerweise auftreten und wie häufig sie berichtet werden.
Bemerkung:
Die Arbeit kann auf Deutsch oder Englisch verfasst werden.
Empfohlene Literatur:
Um einen Einstieg ins Thema zu finden, wird die folgende Literatur empfohlen:
? Bauer, J. M., Bietz, S., Rauber, J., & Reisch, L. A. (2021). Nudging healthier food choices in a cafeteria setting: A sequential multi-intervention field study. Appetite, 160, Article 105106. https://doi.org/10.1016/j.appet.2021.105106
? Osman, M., McLachlan, S., Fenton, N., Neil, M., Löfstedt, R., & Meder, B. (2020). Learning from behavioural changes that fail. Trends in Cognitive Sciences, 24(12), 969?980. https://doi.org/10.1016/j.tics.2020.09.009
? Stibe, A., & Cugelman, B. (2016). Persuasive Backfiring: When Behavior Change Interventions Trigger Unintended Negative Outcomes. In A. Meschtscherjakov, B. De Ruyter, V. Fuchsberger, M. Murer, & M. Tscheligi (Eds), Persuasive Technology (Vol. 9638, pp. 65?77). Springer International Publishing. https://doi.org/10.1007/978-3-319-31510-2_6
Kontakt: Patrick Höhener, E-Mail[ Einzelthema ]
Status: offen (erfasst / geändert: 08.12.2025)Die Rolle individueller Unterschiede für die gesundheitsbezogene soziale Kontrolle
Beschreibung: Soziale Beziehungen spielen eine zentrale Rolle für die Gesundheit. Ein wichtiger Mechanismus dabei ist die soziale Kontrolle, definiert als der Versuch, das Gesundheitsverhalten einer anderen Person absichtlich zu beeinflussen oder zu regulieren. Es wird zwischen positiver Kontrolle (z. B. Überzeugen, Diskutieren) und negativer Kontrolle (z. B. Druck ausüben, Nörgeln) unterschieden. Während positive Kontrolle häufig mit besserem Gesundheitsverhalten und besserer Stimmung assoziiert ist, geht negative Kontrolle oft mit mehr Reaktanz und schlechterer Stimmung einher.
Allerdings reagieren nicht alle Menschen gleich auf soziale Kontrolle. Beispielsweise reagieren einige Personen schneller und stärker mit Reaktanz und Wut, was als ?Trait-Reactance? bekannt ist. Ausserdem sind einige Menschen effektiver darin, soziale Kontrolle auszuüben ? also das erwünschte Verhalten hervorzurufen, ohne Reaktanz auszulösen ? als andere. Die Forschung zeigte beispielsweise, dass Persönlichkeitseigenschaften wie Offenheit sowohl für die Reaktion als auch für die Effektivität der Ausübung eine Rolle spielen können.
Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, individuelle Unterschiede wie Persönlichkeitsmerkmale aus der Literatur zu identifizieren, die mit dem Ausüben von sowie der Reaktion auf soziale Kontrolle in Zusammenhang stehen. Es soll herausgearbeitet werden, welche Merkmale diese Zusammenhänge moderieren, also wer besonders effektiv Kontrolle ausübt und wer besonders empfindlich oder positiv darauf reagiert.
Die Arbeit kann auf Deutsch oder Englisch geschrieben werden.
Literaturempfehlungen:
Rook, K. S., August, K. J., Stephens, M. A. P., & Franks, M. M. (2011). When does spousal social control provoke negative reactions in the context of chronic illness? The pivotal role
of patients? expectations. Journal of Social and Personal Relationships, 28(6), 772?789.
https://doi.org/10.1177/0265407510391335
Matz, S. C., M. Kosinski, G. Nave, and D. J. Stillwell. 2017. ?Psychological targeting as an effective approach to digital mass persuasion.? Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America 114, no. 48: 12714?12719.
Rothman, A. J., & Sheeran, P. (2021). The operating conditions framework: Integrating mechanisms and moderators in health behavior interventions. Health Psychology, 40(12), 845?857.
Tan, N. P.-J., Trenkenschuh, M., Ackermann, D., Betancourt, L. A. R., Bleidorn, W., & Hopwood, C. J. (2024). Personality and Meat Consumption Among Romantic Partners in Daily Life. Journal of Personality. https://doi.org/10.1111/jopy.12992
Huelsnitz, C. O., Jones, R. E., Simpson, J. A., Joyal-Desmarais, K., Standen, E. C., Auster-Gussman, L. A., & Rothman, A. J. (2022). The dyadic health influence model. Personality and Social Psychology Review, 26(1), 3?34. https://doi.org/10.1177/10888683211054897
Kontakt: Pascal Küng, E-Mail[ Einzelthema ]
Status: offen (erfasst / geändert: 08.12.2025)Diskrepanzen in der Wahrnehmung gesundheitsbezogener sozialer Kontrolle und die Rolle der unsichtbaren Kontrolle
Beschreibung: Diskrepanzen in der Wahrnehmung gesundheitsbezogener sozialer Kontrolle und die Rolle der unsichtbaren Kontrolle
Kontakt: Pascal Küng, E-Mail[ Einzelthema ]
Status: offen (erfasst / geändert: 08.12.2025)Intervention Mapping zur Förderung einer gesunden Ernährung: Eine Analyse bestehender Ansätze
Beschreibung: Eine ungesunde Ernährung ist weltweit einer der führenden Risikofaktoren für chronische Erkrankungen. Obwohl unzählige Programme zur Ernährungsförderung existieren, fehlt vielen eine fundierte theoretische Basis oder eine systematische Planung, was ihre Wirksamkeit oft einschränkt. Um erfolgreiche Gesundheitsinterventionen zu entwickeln, hat sich das Intervention Mapping (IM; Bartholomew Eldredge et al., 2016) als zentrales Rahmenmodell etabliert. Es führt Interventionsentwickler:innen systematisch durch den Prozess der Programmentwicklung, von der Bedarfsanalyse bis zur Evaluation.
Diese Bachelorarbeit soll das IM tiefgehend aufarbeiten und dessen Anwendung im spezifischen Kontext der gesunden Ernährung untersuchen. Ziel ist es, zunächst das methodische Vorgehen des IM und dessen Schritte verständlich darzustellen. Darauf aufbauend soll im Kern der Arbeit eine Literaturrecherche durchgeführt werden, die analysiert, wie das IM in der Forschung zur Förderung einer gesunden Ernährung angewendet wurde. Um für zukünftige Interventionen nutzbar zu sein, soll die Arbeit das "Logische Modell der Veränderung" aus den existierenden Studien extrahieren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der kritischen Auseinandersetzung mit der jeweiligen Zielpopulation, da wirksame Präventionsmassnahmen stark von den spezifischen Lebensumständen und Bedürfnissen der Adressatinnen und Adressaten abhängen. Die Literaturrecherche soll sich primär auf IM Ansätze für die allgemeine erwachsene Bevölkerung oder Menschen im mittleren Erwachsenenalter konzentrieren. Konkret gilt es dabei, drei zentrale Fragen zu beantworten. Erstens sollen die Leistungsziele (Performance Objectives) identifiziert werden, indem aufgezeigt wird, in welche konkreten Teilhandlungen Forschende das komplexe Verhalten "Gesunde Ernährung" unterteilen. Zweitens sollen die Determinanten des Verhaltens herausgearbeitet werden. Hierbei interessiert, welche psychologischen Einflussfaktoren wie beispielsweise Selbstwirksamkeit, Risikowahrnehmung oder Ergebniserwartungen in den Studien als zentral identifiziert wurden, um diese Teilhandlungen zu beeinflussen. Drittens soll anhand ausgewählter Beispiele aus der Literatur exemplarisch dargestellt werden, wie diese Determinanten mit den Leistungszielen zu konkreten Veränderungszielen (Change Objectives) verknüpft werden.
Die Arbeit soll somit einen systematischen Überblick über die in der Literatur genutzten Matrizen der Veränderung geben und kritisch diskutieren, welche Zielebenen in der aktuellen Forschung dominieren. Die Arbeit kann in deutscher oder englischer Sprache verfasst werden.
Literatur:
Bartholomew Eldredge, L. K., Markham, C. M., Ruiter, R. A. C., Fernàndez, M. E., Kok, G., & Parcel, G. S. (2016). Planning health promotion programs: An Intervention Mapping approach (4th ed.). Jossey-Bass.
Fernandez, M. E., Ruiter, R. A. C., Markham, C. M., & Kok, G. (2019). Intervention Mapping: Theory- and Evidence-Based Health Promotion Program Planning: Perspective and Examples. Frontiers in Public Health, 7, 209. https://doi.org/10.3389/fpubh.2019.00209
Kontakt: Walter Bierbauer, E-Mail[ Einzelthema ]
Status: offen (erfasst / geändert: 08.12.2025)
vergeben:
- Status: (erfasst / geändert: 08.07.2019)
Geschlechtsunterschiede im Entscheidungsverhalten. Auf der Suche nach moderierenden Faktoren.
- Status: (erfasst / geändert: 04.07.2019)
Interventionsansätze bei Einsamkeit
- Status: (erfasst / geändert: 04.07.2019)
Self-licensing effect on unhealthy behaviours
- Status: (erfasst / geändert: 04.07.2019)
“I want to protect my skin against cancer” - Can intention predict sun protective behaviour?
- Status: (erfasst / geändert: 04.07.2019)
Self-regulatory processes in oral hygiene
- Status: (erfasst / geändert: 01.03.2019)
Gemeinsam gesünder? Der Effekt der sozialen Unterstützung auf die körperliche Aktivität von Jugendlichen
- Status: (erfasst / geändert: 01.03.2019)
Eine digitale Welt: Der Effekt der Smartphonenutzung auf unser Wohlbefinden
- Status: (erfasst / geändert: 04.01.2019)
Theoretische Ansätze und Methoden zur Veränderung von Gewohnheiten
- Status: (erfasst / geändert: 04.01.2019)
Unsicherheiten (diagnostic uncertainty) in medizinischen Entscheidungsprozessen
- Status: (erfasst / geändert: 03.01.2019)
Pausen von elektronischer Mediennutzung: Zusammenhänge mit gesundheits- und arbeitsbezogenen Variablen
- Status: (erfasst / geändert: 19.12.2018)
Outsourcing self-regulation: The role of proxy-agency in exercise behavior
- Status: (erfasst / geändert: 13.07.2018)
Inwiefern ist Gewohnheit in unserem Körper verankert?
- Status: (erfasst / geändert: 13.07.2018)
Krankheitsbewältigung
- Status: (erfasst / geändert: 12.07.2018)
Gesundheitsverhaltensänderung und bewegungsarmes Verhalten
- Status: (erfasst / geändert: 12.07.2018)
Implizite Einflüsse auf die körperliche Aktivität
- Status: (erfasst / geändert: 10.07.2018)
Rehabilitation Psychology: Health Behavior Change in Rehabilitation
- Status: (erfasst / geändert: 10.07.2018)
Älter werden. Eine Gewinn- oder Verlustrechnung?
- Status: (erfasst / geändert: 20.06.2018)
The influence of media consumption at the dining table
- Status: (erfasst / geändert: 14.06.2018)
Unsichtbare soziale Unterstützung: Hilft Unterstützung, wenn sie nicht wahrgenommen wird?
- Status: (erfasst / geändert: 14.06.2018)
Selbstberichtmethoden im Alltag am Beispiel des EAR (electronically activated recorder)
- Status: (erfasst / geändert: 03.01.2018)
Psychologische Determinanten der Salzverwendung bei selbstgekochten Speisen
- Status: (erfasst / geändert: 12.12.2017)
Health behavior change theories in rehabilitation
- Status: (erfasst / geändert: 12.12.2017)
Älter werden. Eine Gewinn- oder Verlustrechnung?
- Status: (erfasst / geändert: 12.12.2017)
Inwiefern ist Gewohnheit in unserem Körper verankert?
- Status: (erfasst / geändert: 12.12.2017)
Existieren alternative Wahrscheinlichkeitskonzepte in der Medizin und Gesundheitspsychologie?
- Status: (erfasst / geändert: 12.12.2017)
Evidenz für oder gegen die Take-The-Best-Heuristik. Nur eine Einbrecher-Heuristik oder viel mehr?
- Status: (erfasst / geändert: 12.12.2017)
Ecological Momentary Interventions (EMI) zur Förderung der Rauchabstinenz
- Status: (erfasst / geändert: 12.12.2017)
Buddy-System-Interventionen bei Tabak- und Alkoholkonsum
- Status: (erfasst / geändert: 11.12.2017)
Can parents predict and change their children`s health behaviour?
- Status: (erfasst / geändert: 08.12.2017)
Spill-Over Effekte von körperlicher Aktivität und Essverhalten im Labor
- Status: (erfasst / geändert: 08.12.2017)
Interventions to reduce smoking with self-regulatory cognitions
- Status: (erfasst / geändert: 18.07.2017)
Einfluss von sozialer Unterstützung auf Wohlbefinden und Leistungsmotivation von Schülerinnen und Schülern.
- Status: (erfasst / geändert: 18.07.2017)
Determinanten von gesundheitsbezogenem Risikoverhalten im Jugendalter
- Status: (erfasst / geändert: 14.07.2017)
Anpassung von Risikoverhalten - Phänomene, Erklärungen und Interventionsmöglichkeiten
- Status: (erfasst / geändert: 14.07.2017)
Implizite Einflüsse auf das Gesundheitsverhalten
- Status: (erfasst / geändert: 10.07.2017)
Dyadische Interventionsansätze zur Gesundheitsverhaltensänderung
- Status: (erfasst / geändert: 13.12.2016)
Patienten-Edukation (patient education)
- Status: (erfasst / geändert: 13.12.2016)
Krankheitsbewältigung
- Status: (erfasst / geändert: 13.12.2016)
Kardiovaskuläre Erkrankung: Risikofaktor „körperliche Inaktivität“
- Status: (erfasst / geändert: 13.12.2016)
Kardiovaskuläre Erkrankung: Risikofaktor „Ernährung“
- Status: (erfasst / geändert: 12.12.2016)
Inter- und intraindividuelle Prozesse der Verhaltensänderung
- Status: (erfasst / geändert: 12.12.2016)
Ambivalenz als Moderator in der Beziehung zwischen Einstellungen und Verhalten
- Status: (erfasst / geändert: 02.12.2016)
Der IKEA Effekt bei der kindlichen Ernährung
- Status: (erfasst / geändert: 02.12.2016)
Einfluss der Eltern auf den Medienkonsum ihrer Kinder
- Status: (erfasst / geändert: 17.11.2016)
Stress und Stressbewältigung im Alltag
- Status: (erfasst / geändert: 17.11.2016)
Partnerschaftliche soziale Kontrolle im Kontext chronischer Krankheiten
- Status: (erfasst / geändert: 11.07.2016)
Messinstrumente der Lebensqualität
- Status: (erfasst / geändert: 11.07.2016)
Der Begriff "Unsicherheit" in der Klinischen Entscheidungsforschung
- Status: (erfasst / geändert: 07.07.2016)
Warum verlassen SozialarbeiterInnen und ErzieherInnen ihren Job?
- Status: (erfasst / geändert: 01.07.2016)
Risiken und positive Nutzen des elektronischen Medienkonsums: Darstellung moderierender Faktoren
- Status: (erfasst / geändert: 22.06.2016)
Unsichtbare Unterstützung in der Partnerschaft: Wenn Unterstützung hilft ohne dass sie wahrgenommen wird
- Status: (erfasst / geändert: 11.12.2015)
Psychosoziale Belastungen/Beanspruchungen und Arbeitsunfälle
- Status: (erfasst / geändert: 11.12.2015)
Selbstbestimmungstheorie und sportliche Aktivität
- Status: (erfasst / geändert: 11.12.2015)
Transfereffekte von sportlicher Aktivität und Ernährung
- Status: (erfasst / geändert: 11.12.2015)
Eins nach dem anderen oder alles zur gleichen Zeit? Zur Veränderung von mehreren Gesundheitsverhaltensweisen
- Status: (erfasst / geändert: 11.12.2015)
Wirksamkeit und Wirkmechanismen von Stress-Management Trainings
- Status: (erfasst / geändert: 09.12.2015)
Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten
- Status: (erfasst / geändert: 09.12.2015)
Soziale Interaktion im akademischen Kontext
- Status: (erfasst / geändert: 09.12.2015)
Herausforderung Multimorbidität
- Status: (erfasst / geändert: 04.12.2015)
Diabetesmanagement in der Partnerschaft
- Status: (erfasst / geändert: 04.12.2015)
Erhebungsmethoden im Alltag am Beispiel des EAR (electronically activated recorder