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Katharina Bernecker, Prof. Dr.

  • Leiterin Zentrum für Forschungsförderung an der Pädagogischen Hochschule Bern

Weiterführende Informationen

Hedonismus ist genauso wichtig für das Wohlbefinden wie Selbstkontrolle

Kürzlich erschien unser neuer Artikel "Beyond self-control: Mechanisms of hedonic goal pursuit and its relevance for well-being." im Personality and Social Psychology Bulletin. Darin präsentieren Daniela Becker und ich 5 Studien, die zeigen, dass neben der Selbstkontrolle auch die Fähigkeit hedonistischen Zielen nachzugehen (engl. Trait Hedonic Capacity) wichtig für das Wohlbefinden ist. Personen mit einer geringeren Trait Hedonic Capacity erleben in schönen Momenten häufiger Gedanken an Dinge, die sie eigentlich tun sollten, was sie widerum am Genuss hindert.

Fahr vorsichtig, Schatz, und sag Bescheid, wenn Du da bist!

Machen Sie sich oft Sorgen um ihre Lieben und das mehr als um sich selbst? Wir haben dieses Phänomen untersucht. Unser Artikel über die Wahrnehmung von Risiken, die von wichtigen anderen Personen eingegangen werden, ist jetzt online im Journal of Experimental Social Psychology verfügbar. Wir haben herausgefunden, dass Menschen sich deutlich mehr Sorgen über das Risikoverhalten anderer machen als über ihr eigenes. Dieser Effekt ist stärker Personen, die uns näher stehen und wiederholt sich in verschiedenen Risikoszenarien und auch im Alltag, wo wir das Phänomen bei längeren Autofahrten ohne den/die Partner/in untersucht haben.

Wenn die Party gut ist, lohnt es sich zu bleiben

In unserem neuesten Paper finden wir, dass Personen, die gut darin sind ihren momentanen Bedürfnissen nachzugehen, nicht nur glücklicher sind, sondern auch häufiger ihren momentanen Bedürfnissen im Alltag folgen aber trotzdem gleich gut leisten wie andere Personen (im Job und Studium). Diese Befunde stellen die Annahme in Frage, dass Hedonismus schädlich ist für langfristige Outcomes, wie Leistung, und gleichzeitig scheint er gut zu sein für das Wohlbefinden und die mentale Gesundheit. Unsere Daten zeigen aber auch, dass das Wohlbefinden nicht durch die Menge an Hedonismus beeinflusst wird, sondern durch die Qualität dieser Momente. Wenn die Party also gut ist, lohnt es sich zu bleiben.

Bernecker, K., Becker, D. & Guobyte, A. (in press). If the party is good, you should stay longer—effects of trait hedonic capacity on hedonic quantity and performance. Motivation and Emotion.