Generierung eines Fragebogens zu Funktionellen Somatischen Syndromen

Projektleitung: PD Dr. J. Gaab & Prof. Dr. U. Ehlert
Projektmitarbeiter:
Kappeler, A.
Projektlaufzeit:
2002-2003

Verschiedene Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die verschiedenen Störungsbilder, die den Funktionellen Somatischen Syndromen (FSS) zugeordnet werden, mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede aufweisen. Einerseits spiegelt sich dieser Sachverhalt in einer grossen Symptomüberlappung in den diagnostischen Kriterien wider, andererseits existieren hohe Komorbiditätsraten innerhalb der einzelnen FSS selbst. Möglicherweise handelt es sich bei den FSS um ein und dasselbe Störungsbild, welches jedoch je nach Diagnostiker oder medizinischem Spezialgebiet anders benannt und gewichtet wird. Um die Frage nach dem Zusammenhang der FSS genauer erforschen zu können, wurde ein Fragebogen zur gleichzeitigen Erfassung aller FSS entwickelt. Dafür wurden 236 Artikel mit Hilfe der elektronischen Datenbank MEDLINE sowie manuell über relevante Literaturangaben gesichtet. Gesucht wurden Angaben zur Beschreibung, ätiologischen Modellen und Diagnosekriterien der folgenden 16 FSS: Tension Headache (TH), Globus Hystericus (GH), Whiplash Associated Disorder (WAD), Temporomandibular Disorders (TMD), Atypical Facial Pain (AFP), Chronic Low Back Pain (CLBP), Fibromyalgia (FM), Chronic Fatigue Syndrome (CFS), Multiple Chemical Sensitivity (MCS), Irritable Bowel Syndrome (IBS), Functional Dyspepsie (FD), Chronic Pelvic Pain (m/f) (CPP), Premenstrual Syndrome (f) (PMS), Premenstrual Dysphoric Disorder (f) (PMDD), Unexplained Chest Pain (UCP), Hyperventilation Syndrome (HVS). Die diagnostischen Kriterien wurden mit Hilfe von Organigrammen in einzelne Symptomgruppen aufgeschlüsselt und in Bezug auf identifizierende bzw. mehrfach genannter Symptome evaluiert. Anhand des verbleibenden Symptompools wurde die Functional Somatic Syndrome Scale (FSSS) mit insgesamt 73 Symptomen generiert, welcher für jedes FSS diagnostisch relevante Symptome, Dauerkriterien sowie Ausschlusskriterien auf Grund der in der Literatur gefundenen diagnostischen Kriterien enthält. Die Auswertung des FSS erfolgt mit Hilfe eines SPSS-Syntaxes. Die FSSS ermöglicht auf Basis der angegebenen Symptome die Vergabe einer Verdachtsdiagnose für alle FSS. Anhand eines diagnostischen Appendix kann zu jeder existierenden Verdachtsdiagnose eine genaue Diagnose entsprechend der publizierten Definitionskriterien erstellt werden.