Psychobiologische Zusammenhänge zwischen gezügeltem Essverhalten und weiblichem Hormonstatus im mittleren Lebensalter

Projektleitung: Prof. Dr. Ulrike Ehlert & lic. phil. Suzana Drobnjak
Mitarbeitende Studierende:
Sufi Abbaspour, Susanne Schmid, Sandy Stoob, Eveline Bitterli, Claudia Wild, Iara Meili
Forschungsförderung:
Schweizerische Anorexia Nervosa Stiftung
Projektlaufzeit:
Nov. 2011- Mär. 2013

Obwohl das Gebiet der Essstörungen ein gut untersuchtes Feld ist, ist kaum etwas über Essstörungen bei Frauen des mittleren Alters bekannt. Dies, weil sich die meisten Studien auf junge Frauen im Alter zwischen 15 und 34 Jahren beziehen. Es existiert kaum Forschung zu Essstörungen bei älteren Frauen, auch ist unklar, wie sich eine Anorexia nervosa in der Jugend auf eine Essstörung im mittleren Alter auswirkt. Bei Frauen ab 40 Jahren sind stets auch die Veränderungen in Betracht zu ziehen, welche die Menopause mit sich bringt. Mit der Veränderung des Hormonhaushalts in der Menopause sinkt unter anderem der Östrogenspiegel, damit verbunden ist meist eine Gewichtszunahme von einigen Kilogramm Körpergewicht. Die Frage ist, ob sich diese Gewichtszunahme auf das Essverhalten von Frauen im mittleren Alter auswirkt und wie die Zusammenhänge zu früheren Essstörungen sind.

Die Regulation der Nahrungsaufnahme wird durch verschiedenste biologische und psychologische Faktoren beeinflusst. Zum einen ist aus Tierstudien bekannt, dass Steroidhormone wie Östrogen die Nahrungsaufnahme und das Körpergewicht beeinflussen können. Weiter haben auch psychologische Faktoren wie gezügeltes Essverhalten einen Einfluss auf das Körpergewicht. Gezügeltes Essverhalten bezeichnet die kognitive Kontrolle der Nahrungsaufnahme. Diese hat einen geringeren Energieumsatz und ein verstärktes Hungergefühl zur Folge und wird als Risikofaktor für die Entwicklung einer Essstörung angesehen.

Das Ziel dieser Studie ist, den Zusammenhang zwischen gezügeltem Essverhalten, appetitregulierenden Hormonen bei Frauen im mittleren Alter zu untersuchen. Weiter wird auch dem Einfluss des sinkenden Östrogenspiegels auf das Essverhalten Beachtung geschenkt. Zudem sollen Unterschiede zwischen Frauen, die in ihrer Adoleszenz eine Anorexia nervosa aufwiesen und nicht betroffenen Frauen untersucht werden.