Multidimensionale Stresseffekte des Montreal Imaging Stress Tasks (MIST) in Abhängigkeit der vagalen Funktionalität

Projektleitung: lic. phil. R. La Marca & Prof. Dr. U. Ehlert
Projektmitarbeiter: Thörn, H., Waldvogel, P. & Tripod, M.
Kooperationspartner: Prof. Dr. J. Pruessner (McGill University & Douglas Hospital Research Centre, Montréal, Quebec, Canada); Prof. Dr. G. Tröster (ETH Zürich, Zürich, Schweiz)
Forschungsförderung: Forschungskommission und Nachwuchsförderungskommission der Universität Zürich
Projektlaufszeit: 01.2008-05.2009

Stress spielt in der Ätiologie zahlreicher somatischer und psychiatrischer Störungsbilder eine bedeutsame Rolle. Der Montreal Imaging Stress Task (MIST; Dedovic et al., 2005) ist ein neuerer standardisierter Stresstest, welche alle Eigenschaften besitzt, um eine Aktivitätsänderung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden Achse (HHNA), das Sympathische Nervensystem (SNS) und das Parasympathische Nervensystem (PSNS) hervorzurufen. Das Hauptziel dieser Studie ist die Evaluation der biopsychologischen Effekte des MIST auf Speichel-Cortisol, Speichel-Alpha-Amylase (AA), Herzrate (HR), respiratorische Sinusarrhythmie (RSA) und Befindlichkeit. Zusätzlich soll die Bedeutung des Nervus vagus für die Stressreaktion untersucht werden.
33 gesunde, männliche Probanden nahmen in randomisierter Reihenfolge an einer Stress- und einer Ruhebedingung teil. Speichel wird wiederholt vor, während und nach dem Stresstest gesammelt, wohingegen HR und RSA mittels dem LifeShirt System (Ventura, CA, USA) während der gesamten Untersuchung gemessen wurden. Um die vagale Funktionsfähigkeit erfassen zu können, wurde der Cold Face Test (CFT) durchgeführt, welcher reflektorisch einen Anstieg der vagalen Aktivität induziert.
Der MIST resultierte in einem signifikanten Anstieg von Cortisol, HR, AA und einer signifikanten Abnahme von RSA und der Stimmung. Die mittels dem CFT ermittelte vagale Funktionalität sagte zudem die Cortisol-Reaktion und die Stimmungsverschlechterung nach dem MIST hervor. Gesundheitsschädigende Effekte von Stress könnten mit der Enthemmung der vagalen Aktivität zusammenhängen. Eine tonische Senkung der vagalen Funktionalität könnte zudem wiederum zu einer reduzierten Hemmung von Stresseffekten wirken.

Ausgewählte Publikation
La Marca, R., Waldvogel, P., Thörn, H., Tripod, M., Pruessner, J. & Ehlert, U. (2010). Cold face test response indicates biopsychological adaptability to acute stress. Revised manuscript under revision.