ReDy Pilot- Depressionsrückfall neu denken: Modellierung des dynamischen Zusammenspiels von Wohlbefinden und psychologischen Mechanismen
Projektleitung: Prof. Dr. phil. Birgit Watzke, Dr. phil. Catalina Nuñez
Projektmanagement: MSc Damien Doshi
Die Rückfallraten bei Depressionen bleiben hoch: Bis zu 50 % der Risikopatient:innen (z. B. Personen mit rezidivierender Depression und residualer Symptomatik) erleiden innerhalb von 12 Monaten nach Entlassung aus einer stationären Behandlung einen Rückfall. Dieser wiederkehrende Verlauf ist mit erhöhten (Wieder-)Hospitalisierungsraten, einer verstärkten Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen, höheren ökonomischen Kosten, beeinträchtigter Arbeitsfähigkeit sowie einer insgesamt reduzierten Funktionsfähigkeit verbunden. Diese Befunde unterstreichen den dringenden Bedarf an verbesserten Nachsorgeansätzen, die die langfristige Stabilität von Behandlungserfolgen fördern.
Vor diesem Hintergrund stellen digitale Monitoring-Ansätze einen vielversprechenden Ansatz dar, um die Lücke zwischen klinischer Behandlung und Alltag zu überbrücken. Durch die Erhebung von Echtzeitdaten in natürlichen Umgebungen ermöglichen diese Methoden die Identifikation früher Warnsignale für Rückfälle, unterstützen zeitnahe Interventionen und tragen zu einem individualisierten sowie kontinuierlichen Verständnis von Genesungsprozessen über traditionelle klinische Settings hinaus bei.
Ecological Momentary Assessment (EMA) und passives Sensing sind innovative und praktikable Methoden zur Erhebung von Echtzeitdaten im Alltag. Sie ermöglichen ein differenziertes und ökologisch valides Verständnis psychologischer Prozesse im natürlichen Verlauf. Unter optimalen Bedingungen weisen EMA-basierte Ansätze hohe Compliance-Raten von bis zu etwa 80 % sowie vergleichsweise niedrige Abbruchraten von rund 10 % auf. Die Umsetzbarkeit kann jedoch in subklinischen Populationen – beispielsweise bei Personen mit einer Depressionsvorgeschichte – eingeschränkt sein, da die langfristige Aufrechterhaltung der Teilnahme an hochfrequenten Erhebungen eine besondere Herausforderung darstellen kann.
Die ReDy-Pilotstudie zielt darauf ab, die Machbarkeit der Kombination von EMA-Erhebungen, Sprachtagebüchern und dem Einsatz von Smartwatches zur Erfassung von Verhaltens- und psychologischen Daten bei Personen nach ambulanter oder stationärer Psychotherapie aufgrund einer Depression zu untersuchen. Es wird ein naturalistisches, prospektives, intensiv-longitudinales Beobachtungsdesign angewendet, das aus zwei EMA-Blöcken besteht, die durch eine einmonatige Pause voneinander getrennt sind. Jeder Block umfasst ein zweiwöchiges EMA-Protokoll mit fünf täglichen Abfragen, passiver Datenerhebung sowie Sprachtagebüchern. Die Studienendpunkte umfassen die Compliance mit dem EMA-Protokoll (primärer Endpunkt), den Rekrutierungserfolg, die Teilnehmendenbindung (Retention), die Datenqualität sowie die Akzeptanz der Studienprozeduren.
Kontakt:
Wenn Sie interessiert sind und weitere Informationen wünschen, kontaktieren Sie uns bitte unter: redy@psychologie.uzh.ch