Rund um den Hund

service dog

 

Ist es möglich, dass Assistenzhunde die Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung lindern können?

(März 2019)

Genau dieser Frage gingen die Autoren Rodriguez, Bryce, Granger & O’Haire (2018) in ihrer Studie nach. Sie untersuchten, ob Assistenzhunde bei Soldaten mit einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) eine Veränderung in der Cortisolaufwachreaktion (CAR) und der PTSD Symptomatik bewirken. Dazu wurden Soldaten, welche einen Assistenzhund erhielten, mit Soldaten ohne Hund verglichen. 
Die Soldaten mit Assistenzhund absolvierten ein gemeinsames Training mit den Hunden. In diesem Training erlernten die Hunde den allgemeinen Grundgehorsam aber auch ein paar spezifische Befehle, welche dazu helfen sollten, die PTSD Symptome zu vermindern.
Die Ergebnisse der Studie zeigten signifikante Unterschiede zwischen Soldaten mit und Soldaten ohne Assistenzhunde. Es konnte festgestellt werden, dass Soldaten mit Assistenzhunden geringere PTSD Symptome zeigten, ein besseres psychosoziales Wohlbefinden hatten und es konnte zudem am Morgen eine grössere Menge Cortisol im Speichel nachgewiesen werden. Auch zeigten sie weniger Ärger, Angst, Schlafstörungen und Alkoholmissbrauch.
Somit zeigt die Studie wieder einmal mehr: Der Hund ist viel mehr als nur der treue Begleiter, der uns durch den Alltag begleitet. Hunde können zusätzlich zur normalen Therapie, einen signifikanten positiven Einfluss einerseits auf das psychosoziale Wohlbefinden aber auch auf das physiologische Wohlbefinden bewirken.

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mouth liking dog

 

Hunde reagieren physiologisch auf menschliche Gesichtsausdrücke
(Februar 2019)

Sich über die Nase zu lecken (sogenanntes „mouth-licking“), ist laut der norwegischen Hundetrainerin Turid Rugaas eines der sogenannten „Beschwichtigungssignale“ und dient der Kommunikation unter Hunden. Die Beschwichtigungssignale werden dabei gezielt zum Vorbeugen von Konflikten eingesetzt, aber auch zur eigenen Beruhigung.
Ein Forschungsteam der Universität São Paulo wollte herausfinden, ob sich das Lecken über die Nase bei Hunden verändert, wenn ihnen unterschiedliche Bilder präsentiert werden. Um das zu testen, wurden den Hunden Fotos von ihnen unbekannten Personen und anderen Hunden gezeigt, welche entweder glückliche oder aggressive Gesichtsausdrücke hatten. Gemessen wurde dabei, wie oft sich die Testhunde beim Anblick der Gesichtsausdrücke über die Nase leckten. 
Die Ergebnisse zeigten, dass sich Hunde signifikant häufiger über die Nase leckten, wenn ihnen ein negativer Gesichtsausdruck präsentiert wurde. Besonders stark war der Effekt, wenn sie sich einen menschlichen Gesichtsausdruck ansahen.
Die Resultate der Studie geben Hinweise darauf, dass Hunde ein Verständnis von menschlichen Gesichtsausdrücken haben und angemessen auf die wahrgenommene Emotion reagieren können.

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Spaziergang Hund

 

Gassi-Gehen fördert unsere psychische Gesundheit
(Januar 2019)
Die Studie „An Examination of the Possible Physical Activity and Short-Term Health Benefits Associated With Dog Walking“ wurde durchgeführt, um herauszufinden, ob sich Spaziergänge mit unserem vierbeinigen Begleiter positiv auf unsere Gesundheit auswirken.
In der Studie mussten Hundehalter direkt vor und nach dem Spaziergang Fragebogen beantworten, welche beispielsweise Fragen zu ihrer Energie, ihrer Stimmung, ihrem Selbstvertrauen oder der Zufriedenheit enthielten. Zudem gab es am Schluss die Möglichkeit, in offenen Fragen über die Vorteile des Gassi-Gehens zu berichten.
Nach dem Gassi-Gehen fühlten sich die Personen weniger gestresst und hatten mehr Energie, Selbstvertrauen, Lebenszufriedenheit und waren in einer positiveren Stimmung. 45% der teilnehmenden Personen gaben die sozialen Interaktionen während des Spazierengehens als Vorteil an. Andere berichtete Vorteile waren an der frischen Luft sein, die Stressreduktion, Interaktionen, eine verbesserte Stimmung sowie Zeit zum Nachdenken. 
Die Studie zeigt, dass Gassi-Gehen nicht nur unseren Hunden gut tut und Freude bereitet, es bringt auch uns viele gesundheitliche Vorteile.
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dog directed speech

 

Baby Talk auch bei Hunden 
(Dezember 2018)

Der Baby Talk oder auch infant-directed-speech genannt, beschreibt die Art und Weise, wie wir mit Säuglingen und Kleinkindern kommunizieren. Die Sprache zeichnet sich bei der Kommunikation mit Kindern durch ein ganz spezifisches Muster aus: Wir sprechen in einer höheren Tonlage, betonter und langsamer als normalerweise, um die Aufmerksamkeit des Kindes zu erhalten und den Spracherwerb zu fördern. Dieses Prinzip soll jedoch auch bei Hundehalterinnen und Hundehaltern existieren („dog-directed-speech“). Dies scheint nicht abwegig, zumal sich 83% der amerikanischen Tierhalter als Eltern der Tiere sehen und auch schon in einer Studie gezeigt werden konnte, dass bei Müttern bei der Präsentation eines Bildes von ihrem Hund ähnliche Hirnregionen aktiviert werden wie bei der Betrachtung eines Bildes von ihrem Kind.
In der Studie von Ben-Aderet, Gallego- Abenza, Reby & Mathevon (2017) zeigte man den Studienteilnehmenden Bilder von Welpen, erwachsenen sowie auch alten Hunden und zeichnete auf, wie die Personen die ihnen präsentierten Sätze artikulierten. Es konnte festgestellt werden, dass unabhängig vom Alter des Hundes, bei allen die sogenannte dog-directed-speech angewandt wurde. Besonders auffällig war die dog-directed-speech jedoch bei Welpen, denn bei diesen wurde mit einer besonders hohen Stimme gesprochen.

Doch wieso nutzen wir die dog-directed-speech überhaupt?
Diese Frage wurde in der Studie ebenfalls untersucht und es wurde herausgefunden, dass sich diese Strategie bei Welpen durchaus auszahlt. Die Welpen reagierten bei dog-directed-speech schneller, suchten häufiger Blickkontakt zur sprechenden Person und kamen näher und über eine längere Zeit zur Bezugsperson. Bei erwachsenen und älteren Hunden konnte jedoch kein Unterschied im Verhalten festgestellt werden, unabhängig davon, ob man normal oder in dog-directed-speech mit ihnen sprach.  

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dog_avoid

 

Hunde als aufmerksame Beobachter unserer sozialen Interaktionen (November 2018)

Wussten Sie, dass unsere Hunde unsere sozialen Interaktionen beobachten und bewerten? In einem Experiment wurde getestet, ob Hunde einen Unterschied machen zwischen Menschen, welche dem eigenen Herrchen oder Frauchen in einer Situation helfen oder solchen, die die Hilfe verweigern. Die Studie zeigte, dass Hunde Personen meiden, welche dem Herrchen oder Frauchen nicht helfen, indem Sie Leckerli signifikant weniger häufig von diesen Personen annahmen als von einer neutralen, in der Situation nicht involvierten Person. 

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Hund erste Hilfe

 

Erste Hilfe für den Hund (Oktober 2018)

Im Notfall zählt jede Minute - das gilt sowohl für Menschen als auch für Hunde. Doch nicht immer ist es leicht, zu erkennen, wann eine sofortige medizinische Versorgung erfolgen muss. Als wichtigste Indizien für den aktuellen Gesundheitszustand eines Hundes gelten die Vitalparameter Körpertemperatur (normal: 37.5°C - 39°C), Atmung (normal mittelgrosse Hunde: 30 Atemzüge/Minute), Puls (normal mittelgrosse Hunde: 80-130 Schläge/Minute) und Schleimhäute (normal: rosa). Weitere Symptome, die auf einen Ernstfall hindeuten, sind Erbrechen, Zittern, Apathie, Atemnot, Durchfall oder fehlender Harnabsatz. Um in einem solchen Fall rasch handeln zu können, ist es von Vorteil die Notfallnummern des Tierarztes oder Tierrettungsdienstes bereits griffbereit notiert zu haben. Hilfreich ist auch der VetFinder, der sowohl als App auf dem Smartphone wie auch im Internet zur

Verfügung steht. 

Quelle und weitere Infos rund um Erste Hilfe für den Hund

24-Stunden-Notfallzentrale des Schweizer Tierrettungsdienst: 044 211 22 22

VetFinder

Hund Tierheim

 

Können wir Tierheimhunden in nur 15 Minuten zu einem besseren Wohlbefinden verhelfen? (September 2018)

Es gibt bereits viele Forschungen, die zeigen, dass nicht nur die Hunde einen positiven Einfluss auf uns Menschen haben, sondern dass sich umgekehrt auch menschliche Interaktion positiv auf Hunde auswirken kann.

Diese positive Auswirkung zeigt sich beispielsweise in einem gesenkten Stresslevel und niedrigerem Blutdruck und einer erhöhten Herzfrequenzvariabilität. Die Studie mit dem Namen „Can you spare 15min? The measurable positive impact of a 15-min petting session on shelter dog well-being“ wollte herausfinden, ob sich in nur 15 Minuten ein positiver Effekt auf Tierheimhunde feststellen lässt. Um die Frage zu beantworten, wurden insgesamt 55 Hunde aus einem Tierheim aus Maryville (USA) untersucht, welche 15 Minuten lang mit einem ihnen unbekannten Menschen interagierten und von ihm gestreichelt wurden. Die Auswertungen zeigten, dass sich die Herzrate der Hunde senkte und die Herzfrequenzvariabilität stieg. Zudem waren die Hunde am Ende der Interaktion entspannter. Die Frage, ob sich durch nur 15 Minuten Interaktion mit Menschen ein erhöhtes Wohlbefinden bei Tierheimhunden feststellen lässt, kann also mit einem ganz klaren Ja beantwortet werden, sofern die Interaktion engen Kontakt, streicheln und sprechen in einer ruhigen Art und Weise beinhaltet. Deshalb blicken ganz viele Tierheimhunde einem Besuch von uns freudig entgegen oder vielleicht darf sich der eine oder andere sogar schon bald auf ein neues Zuhause freuen? Wer gerne Tierheimluft schnuppern möchte, kann den Hunden auch gerne schon virtuell einen Besuch abstatten:

Tierheime in der Schweiz

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Hund oder Katze?

 

Hund vs. Katze - wer ist der beste Freund des Menschen im Alter? 
(August 2018)

Da Menschen immer länger leben, ist es wichtig, das persönliche Wohlbefinden und die Lebensqualität im Alter aufrechtzuerhalten und aktiv zu bleiben. Haustiere spielen dabei für viele Menschen eine wichtige Rolle. Passend zur Spassdebatte „Hund oder Katze?“ untersuchte ein amerikanisches Forschungsteam, inwiefern Katzen und/oder Hunde zum „erfolgreichen Altern“ ihres Frauchens und Herrchens beitragen, engl. „Successful Ageing“ oder „Healthy Ageing“. Hierfür wertete das Forschungsteam Daten von 5688 Personen zwischen 50 und 74 Jahren aus, die ihren Haushalt mit einem Hund, einer Katze oder beiden teilen. Besonders profitierten Seniorinnen und Senioren, die im Haushalt einen Hund oder beides, einen Hund und eine Katze, halten. Hunde- und gleichzeitig KatzenhalterInnen berichteten eine bessere körperliche Verfassung, weniger Schmerzen und einen erfolgreicheren Alterungsprozess – auch bei subjektiv geringer Unterstützung durch andere Menschen. Besonders HundehalterInnen gaben weniger chronische Krankheiten an. Im Vergleich gaben Seniorinnen und Senioren mit Katze (und ohne Hund) mehr chronische Krankheiten an und schätzten sich in ihrem Alterungsprozess als weniger erfolgreich ein. Die Ergebnisse regen einmal mehr die Haustierdebatte an, denn sie verdeutlichen die Vor- und Nachteile im Lebensstil mit Hunden oder Katzen. Hunde benötigen natürlich ihren täglichen Auslauf und „zwingen“ ihre Herrchen und Frauchen zu mehr körperlichen Aktivitäten. Doch auch Katzen haben ihre Vorteile und tragen sicherlich zum Wohlbefinden ihrer HalterInnen bei. Zuletzt sind es die persönlichen Vorlieben, die die Entscheidung „Hund oder Katze“ (oder sogar beides) beeinflussen.
Zur Studie
WHO: What is Healthy Ageing?

Mischlingshund

Tag des Mischlingshundes am 31.07.2018 (Juli 2018)

Es muss nicht immer ein reinrassiger Hund sein. Mischlingshunde werden immer beliebter, sodass sie am 31. Juli gefeiert werden. Mittlerweile werden Hunde auch bewusst gemischt um das Wesen oder das Aussehen verschiedener Hunderassen zu vereinigen. Jeder (Mischlings-) Hund weist eine einzigartige Zeichnung auf. Obwohl die inneren Werte zählen, können neugierige HundehalterInnen einen DNA Test für ihren Hund durchführen lassen. 

Blaulicht

Polizeihund Poncho (Juni 2018)

Hunde werden natürlich auch in der Polizei eingesetzt, beispielsweise für das Aufspüren von Rauschgift oder Sprengstoff. Damit sie sich bei Einsätzen nicht verletzen, werden sie an das Tragen von Schutzschuhen gewöhnt. In einer Hundeshow der Polizei Madrid führte der Polizeihund Poncho Kindern sogar seine Reanimationskünste vor. Zwischendurch versucht Poncho immer wieder den Puls zu fühlen. 😊 Zum Video

Hund am Laptop

 

Geringeres Stressempfinden durch Bürohunde? (Mai 2018)

Hunde werden seit vielen Jahren gezielt eingesetzt, um Menschen im Falle von Krankheit oder auch Behinderung zu unterstützen. Hierfür absolvieren Hunde eine Ausbildung zum Therapie- oder Assistenzhund. Ein Hund erleichtert mit seinem warmen, weichen Fell und seinen gutmütigen Wesen oftmals den Zugang zu anderen Menschen, ob jung oder alt.
Immer häufiger wird auch von der Wirkung von Hunden im Büro berichtet. In einer Studie untersuchte eine mexikanische Forscherin, inwiefern sich Teambildungsmassnahmen in Verbindung mit einem Therapiehund auf das Stressempfinden, das Angsterleben und die Traurigkeit von Mitarbeitenden auswirkt. Die Ergebnisse sprechen für den Hund: Mitarbeitende, die an Teambildungsmassnahmen in Gegenwart eines Hundes teilnahmen, berichteten ein geringeres Stressempfinden, erlebten weniger Angst und waren weniger traurig. Besonders die Mitarbeitenden, die mit dem Hund direkt Kontakt aufnahmen, fühlten sich glücklicher. Einige wenige Unternehmen in der Schweiz erlauben bereits, den Hund mit zur Arbeit nehmen zu können, sofern es die Rahmenbedingungen erlauben und die übrigen Mitarbeitenden einverstanden sind. Zur Quelle

Mantrailing

 

Hunde als Lebensretter (April 2018)

Besonders in unübersichtlichem Gelände sind Geländesuchhunde oder Personenspürhunde (Mantrailing) gefragt, um vermisste Personen aufzuspüren. Die circa dreijährige Ausbildung ist sehr anspruchsvoll. Wichtig ist, dass die Hunde einen unermüdlichen Arbeitswillen zeigen und gerne laufen. Auch die Hundeführerinnen und -führer benötigen eine gute Kondition. Häufig werden Geländesuchhunde und Personenspürhunde zusammen eingesetzt. Personenspürhunde können viele unterschiedliche Gerüche voneinander unterscheiden und sich auf die Duftspur der vermissten Person konzentrieren. Geländesuchhunde können sich am Personenspürhund orientieren und in einem eingeschränkten Gebiet zielgerichtet nach der Person suchen. In der Schweiz sind Wasserrettungshunde noch weniger bekannt Weitere Informationen beispielsweise unter: www.redog.ch www.wasserrettungshunde.ch

Weimeraner Riley

 

Riley der Museumshund (Februar 2018)

Hunde halten uns nicht nur fit und aktiv, sie können noch viel mehr! Manch ein Hund arbeitet sogar im Museum. Die 12 Wochen alte Weimeraner Hündin Riley wird im Museum of Fine Arts (Boston, USA) dazu ausgebildet, schädliche Insekten zu erschnüffeln und damit Bücher und Kunstwerke zu schützen.

Weiterleitung zum Artikel

Hundespaziergang

 

Hundehaltung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen (November 2017)

Menschen mit Hund profitieren nicht nur von der Gesellschaft ihres Kumpans, auch ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist niedriger im Vergleich zu Menschen ohne Hund. Ein Forschungsteam der Universität Uppsala (Schweden) analysierte Daten von über 3.4 Millionen schwedischen Erwachsenen (zwischen 40 und 80 Jahren) mit und ohne Hund, die über einen Zeitraum von 12 Jahren an einer landesweiten epidemiologischen Studie teilnahmen.

Mit einem Hund „alleinlebende“ Personen hatten ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Unabhängig von der Haushaltsgrösse war auch die Sterblichkeitsrate für HundehalterInnen niedriger. Besonders Personen mit weniger sozialen Kontakten konnten von der Gesellschaft eines Vierbeiners profitieren. 

Eine Frage bleibt: Tragen Hunde zu einer besseren Gesundheit und einem höheren Wohlbefinden bei oder haben gesündere Menschen eher einen Hund? Zum Originalartikel

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