Verflixter Montag
von Dr. phil. Roberto La Marca
Zwei aktuelle Studien haben zwei Todesursachen und deren Verlauf über die Woche untersucht: Selbstmord (Ohtsu et al., 2009) und Herzinfarkt (Bodis et al., in press). Gemäss Angaben der OECD (2004) ist die Selbstmordrate in Korea, Ungarn und Japan am höchsten. Die Autoren einer grossangelegten Studie in Japan haben tatsächlich bestätigen können, dass die Selbstmordrate zumindest bei Männern am Montag am höchsten ist. Die Wahrscheinlichkeit nimmt über die Woche ab und ist am Samstag am geringsten. Ähnlich ist auch die Befundlage für Herzinfarkte. Eine ungarische Studie stellte fest, dass das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben, am Montag am höchsten ist und ebenfalls im Verlauf der Woche abnimmt.
Mögliche Erklärungen könnten darin liegen, dass einerseits der Stress montags am höchsten ist bzw. der Wechsel von einem arbeitsfreien zu einem Arbeitstag am stressigsten erlebt wird. Zudem könnte der Beginn einer neuen Woche das Gefühl einer persönlichen Niederlage bzw. das Gefühl von Isolation verstärken. Und das Fazit für uns Arbeitnehmer? Möge uns Gott, Allah, Buddha, Krishna oder wer auch immer montags also bitte besonders beistehen. Oder zumindest die Klänge von den Bangels uns über die Runden helfen...
Quelle: Bodis, J. Boncz, I. & Kriszbacher, I. (in press). Permanent stress may be the trigger of an acute myocardial infarction on the first work-day of the week. International Journal of Cardiology.
Ohtsu, T., Kokaze, A., Osaki, Y., Kaneita, Y., Shirasawa, T., Ito, T., Sekii, H., Kawamoto, M. & Ohida, T. (2009). Blue monday pheonomenon among men: Suicide deaths in Japan. Acta Medica Okayama, 63, 231–236.
