Ohne Spass kein Gemüse – Wie man den Verzehr von Gemüse bei Kindern erhöht

von Dr. Maida Mustafic


Kinder essen ungern Gemüse, dabei gehört der Verzehr von fünf Portionen von Obst und Gemüse zu einer zeitgemässen und gesunden Ernährung. Eltern stehen oft vor dem Problem, die Kinder zu einer gesunden Ernährung zu motivieren. Bisher wurde es als sehr kontrovers angesehen, den Verzehr von Gemüse zu belohnen, da angenommen wurde, dass die Motivation der Kinder «von sich aus» das Gemüse zu essen gänzlich gelöscht wird und nur noch von der Belohnung abhängt.

Das Team um Lucy Crooke von der «Abteilung für Epidemiologie und öffentliche Gesundheit» am University College in London hat untersucht, ob der Verzehr von Gemüse bei Kindern durch verschiedene Belohnungen gefördert werden kann. Sie teilten für die Studie Kinder in vier Gruppen ein. Eine Gruppe von Kindern bekam für den Verzehr von Gemüse einen Sticker, also eine materielle Belohnung, geschenkt. Eine zweite Gruppe wurde für den Verzehr von Gemüse gelobt. Kinder in einer dritten Gruppe bekamen gar keine Belohnung. Die vierte Gruppe, eine sogenannte Kontrollgruppe, nahm an keiner Intervention teil. Als Interventionsmassnahme bekamen die Kinder der ersten drei Gruppen an zwölf Tagen Gemüse zu essen und es wurde verglichen, wie viel Gemüse die Kinder vor der Intervention, unmittelbar danach, einen Monat und drei Monate später assen.

Unmittelbar nach der Intervention assen alle Kinder, die an den zwölf Tagen an das Gemüse «gewöhnt» worden waren, mehr Gemüse – selbst die Kinder, die keine Belohnung erhielten. Dieser Effekt währte aber nicht bei allen Gruppen gleich lange. Nur die Kinder, die eine Belohnung bekamen, ob in Form des Stickers oder eines Lobes, assen nach drei Monaten immer noch mehr Gemüse. Dies spricht dafür, den Verzehr von Gemüse bei Kindern durchaus mit einer Belohnung zu verbinden, die den Kindern Spass macht, denn das erhöht ihren Gemüseverzehr dauerhaft.


Quelle:

Cooke, L. J., Chambers, L. C., Añez, E. V., Croker, H. A., Boniface, D., Yeomans, M. R., et al. (2011). Eating for Pleasure or Profit. Psychological Science, 22(2), 190–196.

Bitte beachten Sie, dass diese Studie nicht in unserem Labor durchgeführt wurde. Wenn Sie an einer Studie in unserem Labor teilnehmen möchten, finden Sie dazu hier weitere Informationen.