Was beeinflusst die Zufriedenheit in einer romantischen Beziehung?

von Dr. Simone Schoch


Romantische Beziehungen sind Quelle für Zufriedenheit und emotionales Wohlbefinden. Gleichzeitig können sie aber auch Grund für Leiden, Trauer und emotionalen Schmerz sein. So werden Beziehungskonflikte sehr häufig genannt, wenn man Personen danach fragt, was in ihrem Leben zur Zeit nicht gut läuft. Beziehungsprobleme, die Angst verlassen zu werden oder der Bruch einer Partnerschaft zählen gar zu den schmerzhaftesten Erfahrungen, die Menschen machen können.

Bisherige Forschung konnte eindrücklich zeigen, dass romantische Beziehungen das Potential haben, die physische und psychische Gesundheit positiv zu beeinflussen. Die Forschung hat aber auch gezeigt, dass romantische Beziehungen genau zum Gegenteil führen können. Shelly L. Gable und Emily A. Impett interessieren sich in ihrem Artikel dafür, wie Menschen mit diesen Möglichkeiten aber auch Gefahren, die eine Beziehung bietet, umgehen. Was beeinflusst wie wir Beziehungen wahrnehmen? Wie wir uns in Beziehungen verhalten? Wie wir Beziehungen erleben?

Die Forschung geht davon aus, dass die Annäherungs- und Vermeidungsmotivation relativ stabile Persönlichkeitsmerkmale sind. Das bedeutet, dass Personen immer wieder auf dieselbe Art und Weise reagieren – nämlich eher im Annäherungs- oder eben im Vermeidungsmodus. Shelly L. Gable und Emily A. Impett diskutieren in ihrem Artikel zudem, wie sich diese beiden Motivationsarten auf den Beziehungserfolg auswirken. Die zitierten Studienergebnisse zeigten, dass hoch annäherungsmotivierte Personen sozial zufrieden waren und sich wenig einsam fühlten. Hoch vermeidungsmotivierte Personen hingegen berichteten von hoher Ängstlichkeit und dem Erleben von Einsamkeit. Doch nicht nur das subjektive Empfinden wurde in den erwähnten Studien von der Annäherungs- und Vermeidungsmotivation beeinflusst. Sogar aussenstehende Personen schätzten hoch annäherungsmotivierte Personen und ihre Partner als zufriedener und glücklicher ein als hoch vermeidungsmotivierte Personen und ihre Partner. Zudem waren innerhalb einer Beziehung jene Partner besonders unzufrieden, die mit einer hoch vermeidungsmotivierten Person liiert waren.

Die Art der Motivation (Annäherung oder Vermeidung) scheint somit nicht nur die eigenen Gefühle, Gedanken und Verhaltensweisen zu beeinflussen, sondern auch jene des Partners.

Abschliessend kann gesagt werden, dass die Art und Weise, wie die positiven und negativen Aspekte einer romantischen Beziehung erlebt werden und wie damit umgegangen wird, massgeblich von der sozialen Annäherungs- und Vermeidungsmotivation beeinflusst wird.


Quelle: Gable, S. L., &Impett, E. A. (2012). Approach and Avoidance Motives and Close Relationships. Social and Personality Psychology Compass 6(1), 95-108.

Bitte beachten Sie, dass diese Studie nicht in unserem Labor durchgeführt wurde. Wenn Sie an einer Studie in unserem Labor teilnehmen möchten, finden Sie dazu hier weitere Informationen.