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Global LGBTIQ+ Health Project

Weltweit gesundheitliche Ungleichheiten in LGBTIQ+ Communities verstehen und reduzieren

Trotz erheblicher Fortschritte bei der Anerkennung der Rechte und der gesellschaftlichen Akzeptanz von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans, intergeschlechtlichen und queeren (LGBTIQ+) Menschen, sind LGBTIQ+ Communities weltweit nach wie vor mit erheblichen sozialen und rechtlichen Ungleichheiten konfrontiert. So sind LGBTIQ+ Personen weiterhin Vorurteilen, Diskriminierung und systemischen Ungleichheiten ausgesetzt. Durch diese Ungleichheiten ist ihr Zugang zu essenzieller Versorgung eingeschränkt, wie zum Beispiel eine angemessene Gesundheitsversorgung und rechtlicher Schutz. In einigen Regionen sind sie zusätzlich Kriminalisierung und Pathologisierung ausgesetzt, was ihre Vulnerabilität weiter verschärft. Die anhaltenden sozialen und rechtlichen Missstände untergraben grundlegende Menschenrechte und wirken sich negativ auf Gesundheit und Wohlbefinden aus. Sie behindern ausserdem die weltweiten Bemühungen zur Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen, insbesondere jener in Bezug auf gute Gesundheit, Geschlechtergleichstellung, Gerechtigkeit und den Abbau von Ungleichheiten.

Forschungsergebnisse haben massgeblich dazu beigetragen, die schwerwiegenden Auswirkungen sozialer und rechtlicher Ungleichheiten auf LGBTIQ+ Personen sowie deren Pathologisierung und Kriminalisierung abzubauen, Bewusstsein zu schaffen und politische Reformen anzustossen. Dennoch ist die Verabschiedung und Umsetzung gesetzlicher Änderungen ein langwieriger Prozess, und derzeit sieht sich die LGBTIQ+ Community mit einer globalen Anti-LGBTIQ+ Bewegung konfrontiert, die ihre über Jahre hart erkämpften Rechte bedroht. Es besteht daher die dringende Notwendigkeit, unser Verständnis dafür zu vertiefen, wie LGBTIQ+ Personen in ihren jeweiligen regionalen Kontexten bestmöglich unterstützt werden können. Hierfür müssen dringend die spezifischen Herausforderungen jedes einzelnen Kontexts berücksichtigt werden.

Für viele Mitglieder der LGBTIQ+ Community ist der Aufbau und die Stärkung von Resilienz sowie sozialer Unterstützungsnetzwerke von entscheidender Bedeutung, da sie häufig mit Vorurteilen, Ablehnung sowie mit Einsamkeit und sozialer Isolation konfrontiert sind. Historisch betrachtet hat die LGBTIQ+ Community starke Netzwerke sozialer Verbundenheit aufgebaut, sowohl innerhalb der Gemeinschaft als auch mit Verbündeten, und bietet vielfältige Unterstützungsangebote in Bildung, Beratung und Gesundheitsversorgung an, die Zugehörigkeit, Resilienz und Gesundheit stärken. In diesem Projekt wollen wir besser verstehen, wie diese kulturell verankerten Unterstützungssysteme das Zugehörigkeitsgefühl, die Gesundheit und das Wohlbefinden von LGBTIQ+ Personen fördern können.

Aufbauend auf dem vom SNSF-geförderten «Global LGBTIQ+ Health Project» (unter der Leitung von Tabea Hässler) mit über 100 Wissenschaftler*innen aus mehr als 70 Ländern wollen wir untersuchen, wie individuelle, gruppenbezogene und strukturelle Faktoren die Gesundheit und das Wohlbefinden von LGBTIQ+ Personen in unterschiedlichen Kontexten weltweit beeinflussen.

Als diverse Gruppe globaler Wissenschaftler*innen und wichtiger gesellschaftlicher Institutionen, die sich der transdisziplinären Forschung verschrieben haben, verfolgen wir folgende Ziele:

  1. Förderung einer nachhaltigen Zusammenarbeit innerhalb der Universität Zürich sowie mit Wissenschaftler*innen, Fachleuten und wichtigen Institutionen weltweit.
  2. Weiterentwicklung des aufstrebenden Forschungsfelds der globalen LGBTIQ+ Gesundheit durch die Zusammenführung von Expert*innen aus verschiedenen Disziplinen.
  3. Vertiefung des Verständnisses von Gesundheit und Wohlbefinden durch die Integration theoretischer Arbeiten zu Minderheitenstress und sozialer Unterstützung.
  4. Untersuchung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden in den Erfahrungen mit Diskriminierung und sozialer Unterstützung in verschiedenen Subgruppen unter Berücksichtigung sich überschneidender Identitäten wie ethnischer Zugehörigkeit, Behinderung und sozioökonomischer Status.
  5. Gewinnung praktischer Erkenntnisse als Grundlage für gezielte Interventionen und politische Massnahmen, die darauf abzielen, gesundheitliche Ungleichheiten zu verringern und die Gleichberechtigung innerhalb von LGBTIQ+ Gemeinschaften zu fördern.

Durch diese Arbeit hoffen wir, zur Schaffung einer inklusiveren und gerechteren Welt beizutragen, in der alle Menschen optimale Gesundheit und Wohlbefinden geniessen können, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität.