Prof. Dr. Alexandra M. Freund

Professorin, Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie: Erwachsenenalter

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Prof. Dr. Alexandra M. Freund
Universität Zürich
Psychologisches Institut
Entwicklungspsychologie: Erwachsenenalter
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nach Vereinbarung

Aktuelle Interessens- und Forschungsschwerpunkte

  • Prozesse der Entwicklungsregulation; Erfolgreiche Entwicklung
  • Motivation über die Lebensspanne
  • Entwicklung selbstbezogener Kognitionen und Emotionen über die Lebensspanne
  • Lebenslanges Lernen

Kurzcharakterisierung der Forschung

Mein zentrales Forschungsinteresse bezieht sich auf entwicklungsregulative Prozesse über die Lebensspanne. Was sind die zentralen Prozesse, die individuelles Verhalten und Erleben über die Zeit lenken? Die zentrale Annahme, die meine Forschung leitet, ist, dass Personen die Richtung und das Niveau ihrer Entwicklung aktiv durch die Auswahl und Verfolgung von Zielen mitbestimmen. Ziele beeinflussen die Entwicklung, indem sie Verhalten über die Zeit und Situationen hinweg organisieren und damit sowohl die Richtung von Entwicklung beeinflussen als auch das individuelle Funktionsniveau.

Ich unterscheide hierzu grob zwei Ebenen von Zielen (Freund, 2003, 2007):

(1) Altersbezogene Erwartungen: Soziale Erwartungen und Normen reflektieren altersbezogene Gelegenheitsstrukturen und Informationen über zielrelevante Ressourcen. Persönliche Erwartungen über die zeitliche Strukturierung und Sequenzierung von Zielen sind sowohl von allgemeinen sozialen Erwartungen und Normen beeinfusst, als auch von persönlichen Werten und Erfahrungen.

(2) Persönliche Ziele: Soziale und persönliche Erwartungen können das Verhalten und Erleben unmittelbar beeinflussen, sind jedoch auch massgeblich für das Setzen und Verfolgen persönlicher Ziele. Zusätzlich zu bewusst repräsentierten persönlichen Zielen wird Verhalten und Entwicklung auch von nicht-bewussten Zielen und Motiven beeinflusst.

Ueber die gesamte Lebensspanne sind zielrelevante Ressourcen wie Zeit oder Energie begrenzt. Diese Ressourcenbegrenzung nimmt insbesondere im höheren Alter zu. Welche Zielprozesse helfen dabei, die zunehmende Ressourcenbegrenzung zu meistern?

(a) Das Fokussieren von Ressourcen auf zentrale persönliche Ziele und Entwicklungsaufgaben bei gleichezeitiger Aufrechterhaltung einer gewissen Breite an Zielbereichen hilft dabei, sich an eine verändernde Umwelt und persönliche Werte anzupassen.
Forschungsprojekte in diesem Bereich untersuchen Bedingungen und Konsequenzen von Zielkonflikten und unterstützenden Zielen, das Verfolgen multipler Ziele, Ablösen von konfligierenden oder sehr kostenintensiven Zielen.

(b) Die Passung der motivationalen Orientierung auf Gewinne, Aufrechterhaltung und Verlustvermeidung mit dem Potential für Ressourcengewinne und der Wahrscheinlichkeit von Ressourcenverlusten.
Untersuchungen zu diesem Themenkomplex beziehen sich auf alterbezogene Unterschiede in der Gewinn-, Aufrechterhaltungs- und Verlustvereidensmotivation in alterbezogenen Erwartungen, persönlichen Zielen und Motiven und ihr Einfluss auf basale Informationsverabeitungsprozesse.

(c) Die kognitive Repräsentation von Zielen primär als Prozess oder Ergebnis des Zielverfolgungsprozesses in Abhängigkeit der Verfügbarkeit von Ressourcen, der motivationalen Orietierung oder der Zeitperspektive.
Empirische Studien auf diesem Gebiet beziehen sich auf Phänomene wie Prokrastination, Langeweile und Persistenz angesichts von Rückschlägen.

Wir verwenden einen multimethodalen Ansatz, der Selbstbericht, Experimente, prozessorientierte Studien mit Hilfe von Experience Sampling Methoden, Verhaltensmessungen und sozial-kognitiven Paradigmen untersucht.

Zentrale aktuelle Publikationen

  • Almeling, L., Hammerschmidt, K., Sennhenn-Reulen, H., Freund, A. M., & Fischer, J. (2016). Motivational shifts in aging monkeys and the origins of social selectivity. Current Biology, 26, 1-6. doi: 10.1016/j.cub.2016.04.066
  • Freund, A. M., & Hennecke, M. (2015). On means and ends: The role of goal focus in successful goal pursuit. Current Directions in Psychological Science, 24, 149–153. doi:10.1177/0963721414559774
  • Knecht, M., Wiese, B. S., & Freund, A. M. (2016). Going beyond work and family: A longitudinal study on the role of leisure in the work–life interplay. Journal of Organizational Behavior. Advance online publication. doi:10.1002/job.2098
  • Krause, K., & Freund, A. M. (2016). It’s in the means: Process focus helps against procrastination in the academic context. Motivation and Emotion, 40, 422-437. doi:10.1007/s11031-016-9541-2
  • Napolitano, C. M., & Freund, A. M. (2016). On the use and usefulness of backup plans. Perspectives on Psychological Science, 11, 56-73. doi:10.1177/1745691615596991
  • Weiss, D., Job, V., Mathias, M., Grah, S., & Freund, A. M. (2016). The end is (not) near: Aging, essentialism, and future time perspective. Developmental Psychology, 52, 996-1009, doi: 10.1037/dev0000115

Ausbildung und Ehrungen

2002 Habilitation, Venia Legendi für Psychologie; Freie Universität Berlin, Deutschland (Thema: Die Rolle von Zielen für die Entwicklung)
2000–2005 Gewähltes Gründungsmitglied der Jungen Akademie der Berlin Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Akademie der Naturwissenschaftler Leopoldina
1994 Dr. phil., Freie Universität Berlin, Deutschland (Thema: Wer bin ich? Inhalt, Struktur und Funktion der Selbstdefinition im höheren Alter)
1989 Diplom in Psychologie, Freie Universität Berlin, Deutschland (Thema: Selbstaufmerksamkeit und Lebensereignisse als Prädiktoren der Rückfälligkeit von Alkoholikern - Eine Überprüfung des Modells von G.J. Hull)

Beruflicher Werdegang

Seit 2005 Ordinaria, Lehrstuhl "Entwicklungspsychologie: Erwachsenenalter", Psychologisches Institut, Universität Zürich, Schweiz
2003–2004 Associate Professor of Human Development and Psychology, Northwestern University, Evanston, IL, USA
2003 Assistant Professor of Human Development, Learning Sciences, und Psychologie, Northwestern University, Evanston, IL, USA
1994–2002 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin, Forschungsbereich: Entwicklungspsychologie (Direktor: Prof. Dr. P. B. Baltes)
1993–1994 Post-Doktorandin bei Prof. L. L. Carstensen, Stanford University, Stanford, CA, USA
1990–1993 Doktorandin am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Forschungsbereich: Lebensspannenpsychologie (Direktor: Prof. Dr. P. B. Baltes)
1988–1989 Studentische Forschungsassistentin, Projekt: Prävention von Verhaltensstörungen bei Schulkindern, Freie Universität Berlin (Leitung: Prof. Dr. M. Manns)
1987–1989 Studentische Hilfskraft, Gesundheitspsychologie, Freie Universität Berlin (Leitung: Prof. Dr. R. Schwarzer)