Entscheidungsforschung

In einer angewandten Form der klassischen Entscheidungsforschung, untersucht Naturalistic Decision Making, wie Personen ihre Erfahrung einsetzen, um gute Entscheidungen in einer spezifischen Arbeits- oder Entscheidungssituation zu treffen, u.a. im Bereich der diagnostischen Entscheidungsfindung von Ärztinnen/Ärzten oder Entscheidungen im Bereich der Gesundheit etc. Dabei steht der Prozess der Entscheidungsfindung im Vordergrund, der aus den Phasen der Generierung von Optionen, der Suche nach relevanten Informationen, der Bewertung und Entscheidung, sowie der Implementierung des gewählten Verhaltens besteht. Eine besondere Rolle spielt der Anspruch an gewünschter Urteilssicherheit, also der subjektiven Sicherheit, mit der eine Option in einer Entscheidungssituation unter Unsicherheit schlussendlich gewählt wird. Die Forschung in diesem Schwerpunkt befasst sich auch mit der Entwicklung von Methoden der Erfassung und Visualisierung von natürlichen Entscheidungsprozessen (u.a. mit Hilfe von Entscheidungsmatrizen, Konfidenzprofilen etc.) und der Entwicklung und Validierung eines Entscheidungstests (KETO). Aus der sozialpsychologischen Perspektive interessiert zudem, wie die Entscheidungsfindung im Arzt-Patienten-Setting verläuft bzw. optimiert werden kann (Dyadische Daten und Shared Decision Making, beispielsweise auf der Notfallstation oder im kurativ-palliativen Setting).

Zur Zeit in diesem Bereich tätige Personen: Daniel Hausmann-Thürig