Gesundheitliche Auswirkungen einer verbesserten Lagerungstechnologie während der Schwangerschaft auf die Mutter und das Neugeborene

Projektleitung: Prof. Dr. Ulrike Ehlert und Prof. Dr. Thomas Bernauer (ETHZ)

Projektmitarbeitende: Heike Eichenauer, M. Sc., Dr. Matthias Huss (ETHZ) und Dr. Michael Brander (ETHZ) 

Projektlaufzeit: November 2019 – Dezember 2021

 

Projektbeschreibung

Bis zu 820 Millionen Menschen weltweit leiden an Unterernährung. Dabei hat Unterernährung vor und während der Schwangerschaft aversive hormonelle, physiologische und epigenetische Auswirkungen auf das Neugeborene und die Mutter mit langfristigen Folgen für die Gesundheit und das Wohlbefinden. Beispielsweise erkranken Erwachsene, deren Mütter während der Schwangerschaft unterernährt waren, häufiger an Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.   Das Ziel der vorliegenden Studie ist, zu untersuchen, wie sich eine Intervention zur Verringerung von Nachernteverlusten vor und während der Schwangerschaft auf die Gesundheit von Frauen und ihre Neugeborenen in Kenia auswirkt.   Die Studie findet in Kollaboration mit dem Institute of Science, Technology and Policy (ISTP) der ETH Zurich (https://istp.ethz.ch) statt, welche bereits eine randomisiert, kontrollierte Studie in Kenia implementiert haben. Hierbei erhielten die Hälfte der teilnehmenden Bauerngruppen im September 2019 hermetische Erntesäcke, die eine längere und verbesserte Lagerung von Mais bewirken sollen (Experimentalgruppe). Die andere Hälfte der Bauerngruppen erhielten keine hermetischen Erntesäcke (Kontrollgruppe).  Es wird erwartet, dass Haushalte mit der verbesserten Lagerungstechnologie weniger Nachernteverluste haben und somit schwangere Frauen in diesen Haushalten mehr Nahrung zu sich nehmen. Auch wird erwartet, dass die Frauen durch eine bessere Nahrungssicherheit während der Schwangerschaft weniger Stress empfinden. Es wird angenommen, dass dies im Vergleich zu der Kontrollgruppe positive Auswirkungen auf die Gesundheit der Mütter und ihren Neugeborenen haben wird. Dies soll durch physiologische, hormonelle und epigenetische Marker überprüft werden.   Zu diesem Zweck werden vor Ort in Kenia, postpartum, Speichelproben bei allen teilnehmenden Müttern und ihren Neugeborenen erhoben, um Cortisol-Konzentrationen und Methylierungsmuster der an der Stressregulation beteiligten Gene NR3C1 und FKBP5 zu bestimmen. Physiologische Messungen beinhalten das Durchführen einer Bioimpedanzanalyse, Bestimmung von Gewicht und Grösse sowie Geburtsparameter aus dem Mutterpass.