Entwicklung eines Fragebogens zum psychischen Befinden in der Schwangerschaft

Projektleitung: Prof. Dr. rer. nat. Ulrike Ehlert & Dr. phil. Pearl La Marca-Ghaemmaghami

In Zusammenarbeit mit: Dr. phil. Aliki Bratsikas

Projektlaufzeit: Seit November 2015

Projektbeschreibung

Forschungsergebnisse zeigen, dass übermässige und chronische psychosoziale Stresserfahrungen in der Schwangerschaft ein Risiko für die körperliche und psychische Gesundheit von Mutter und Kind darstellen. Doch gleichzeitig entwickelt weder jede Frau, die in der Schwangerschaft Stress ausgesetzt ist, noch ihr Kind später zwangsläufig gesundheitliche Probleme. Eine wachsende Anzahl von Studien weisen darauf hin, dass psychosoziale Ressourcen Mutter und Kind wirksam vor den negativen gesundheitlichen Konsequenzen von pränatalem Stress schützen können. In Anbetracht dieser Tatsachen erscheint es äusserst wichtig, bei Frauen in der Schwangerschaft das Ausmass des Stresserlebens und auch den Grad an psychosozialen Ressourcen korrekt einschätzen zu können.

Im englischsprachigen Raum sind bereits einige Fragebögen entwickelt worden, um schwangerschaftsspezifischen Stress und psychologische Symptome bei Schwangeren zu evaluieren. Es gibt jedoch kaum Fragebögen, welche spezifisch psychosoziale Stressoren und Ressourcen in der Pränatalzeit messen, dies insbesondere in der deutschen Sprache.

Mit dieser grossangelegten, anonymen Online-Studie, die sich in zwei auf einander aufbauende Untersuchungszeitpunkte gliedert – eine während der Schwangerschaft (Umfrage 1) und eine sechs Wochen nach der Geburt (Umfrage 2) – möchten wir einen deutschen Fragebogen entwickeln, der das psychosoziale Befinden von Frauen in der Schwangerschaft erheben kann. Um ein möglichst zuverlässiges Ergebnis zu erzielen, planen wir über 1000 schwangere Frauen für die Studie zu gewinnen. Der Fragebogen soll sowohl psychosoziale Stressoren, als auch Ressourcen messen.

Wir hoffen, dass der Fragebogen in der Schwangerschaftsforschung und zur Prävention von übermässigem Stress während der Schwangerschaft eingesetzt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Studienwebseite.

Referenzen:

Bratsikas, A. (2006). Assessment of psychobiological stress reactivity and its relation to postpartum mood states. Universität und Zentralbibliothek Zürich: Elektronische Dissertationen.

Nierop, A., Wirtz, P.H., Bratsikas, A., Zimmermann, R. & Ehlert, U. (2008). Stress-buffering effects of psychosocial resources on physiological and psychological stress response in pregnant women. Biological Psychology, 78, 261-268.