Fragen und Antworten

Wissen und Können II

'Independent studies': Handelt es sich bei den zu besuchenden Kongressen, Tagungen und Fortbildungen ausschliesslich um psychoanalytisch orientierte Veranstaltungen?

Dies ist bewusst offen gehalten in der Studienordnungn, gemeint sind Tagungen, Kongresse, Seminare, klinikinterne Weiterbildungen etc. Dazu gehören also etwa Jahrestagungen der psychoanalytischen Verbände, aber auch Kongresse der Psychotherapieforschung etc. Über einige Angebote informieren wir stets aktuell auf unserer Homepage, es gibt aber natürlich noch viel mehr, das frei wählbar ist. Es sollte jedoch immer einen deutlichen thematischen Bezug zur Psychotherapie, im weiteren Sinne auch zur Psychoanalyse haben. Sollten Sie unsicher sein bezüglich der Anerkennung einer Veranstaltung, kontaktieren Sie bitte die Weiterbildungsorganisatoren.

Selbsterfahrung

Werden mir Selbsterfahrungstunden, die ich vor Beginn der Weiterbildung absolviert habe, vollumfänglich angerechnet?

Nein, es können nur 50 der insgesamt 250 Selbsterfahrungsstunden vor Beginn der Weiterbildung absolviert werden.

Werden mir Selbsterfahrungsstunden vollumfänglich angerechnet, die ich bei einem/einer nicht-psychoanalytischen Therapeuten/Therapeutin absolviert habe?

Nein, es können nur 50 Stunden angerechnet werden.

Ist es vorgeschrieben, wie viele Analysestunden man pro Woche absolvieren muss?

Es gibt diesbezüglich keine Vorschrift; unsere Empfehlung ist aber mindestens 2-3 mal pro Woche über einen gewissen Zeitraum, vor allem wenn Sie später auch mit einer solchen Frequenz arbeiten wollen.

Klinische Praxis und eigene therapeutische Tätigkeit

Zählt delegierte Psychotherapie in einer psychiatrischen Praxis zu der verlangten, einjährigen Tätigkeit in einer Einrichtung der psychosozialen Grundversorgung?

Wir richten uns hier nach den Bestimmungen der Föderation Schweizer PsychologInnen: Link

Supervision

Müssen sich die verlangten 200 Supervisionsstunden auf alle und ausschliesslich auf die 8 eingereichten, abgeschlossenen Therapie beziehen?

Nein; sie sollten sich zwar mehrheitlich darauf beziehen, und die Supervision muss während der Weiterbildung besucht worden sein; wir verlangen aber keine detaillierte Auflistung darüber, welche Supervisionsstunde für welche Therapie aufgewendet wurde. In diesem Sinne noch folgende Richtlinien der FSP: Link

Darf ich Supervisionsstunden bei meinem Lehranalytiker absolvieren?

Nein, die Verbindung von Supervison und Selbsterfahrung bei derselben Person geht nicht.

Zwischen- und Abschlussprüfungen

Ist ein Abschluss "in Raten" möglich? Also erst der Besuch der theoretischen Kurse, später das Nachreichen der weiteren Weiterbildungsbestandteile wie Supervision und Fallberichte und das Absolvieren der Abschlussprüfungen?

Der Abschluss der theoretischen Kurse muss nicht zwingend verbunden sein mit dem Abschluss der übrigen Weiterbildungsbestandteile. Es ist demnach möglich, auch über die vier Jahre hinaus Supervision und Fälle nachzuweisen. Die Selbsterfahrung sollte wenn möglich während der vier Jahre absolviert werden. Zudem wird natürlich empfohlen, baldmöglichst mit Fallarbeit zu beginnen, da dann am besten von den theoretischen Kursen profitiert werden kann. Die Abschlussprüfung kann somit auch noch nach den vier Jahren besuchter Theoriekurse absolviert werden. Nach den absolvierten vier Jahren Theorie erhalten die Teilnehmer eine Bestätigung des Besuchs der Theoriestunden, haben aber noch keinen Anspruch auf den Fachtitel FSP und den MASP, wenn die übrigen Weiterbildungsbestandteile noch nicht erfüllt worden sind. Die Erlangung der obenstehenden Titel erfolgt dann, wenn alle obligatorischen Stunden absolviert, die Fälle eingereicht und die Zwischen- und Abschlussprüfungen bestanden worden sind.

Fallberichte

Müssen alle 8 Fälle dokumentiert werden?

Nein, nur deren 6: 3 längere Fallberichte, 3 Kurzfallberichte.

Wie dokumentiere ich meine Fälle?

Unterlagen zur Falldokumentation finden Sie auf unserer Homepage: Link.

Müssen sich die verlangten 400 Therapiestunden (eigene klinische Praxis) auf die verlangten 8 Fälle verteilen?

Nein; die 400 Stunden können sich auch auf mehr (nicht aber auf weniger) als die 8 Fälle verteilen; keine der Therapien darf jedoch unter 10 Stunden gedauert haben. Wir empfehlen, längerdauernde Einzeltherapien durchzuführen.

Anerkennung der Weiterbildung

Wird der Ausbildungslehrgang von der FMH als postgraduale Ausbildung für den Facharzttitel Psychiatrie und Psychotherapie FMH anerkannt?

Die FMH erkennt unsere Weiterbildung für den Psychotherapieteil der FMH-Weiterbildung an; allerdings muss der ärztliche Weiterbildungsteilnehmer nach Abschluss der Weiterbildung die Anerkennung individuell bei der FMH beantragen.

Wird die Weiterbildung in den Kantonen Zürich, Bern und Aargau auch von den jeweiligen kantonalen Praxisbewilligungsstellen anerkannt?

Wir ermöglichen Ihnen lediglich den Fachtitel FSP dowie den universitären Master Of Advanced Studies-Abschluss. Sie müssen sich beim jeweiligen Kanton selber darüber informieren, welche Bedingungen für eine Praxisbewilligung bestehen. Da es schweizweit keine einheitliche Regelung gibt, können wir diesbezüglich keine verbindliche Auskunft geben.

Wird die Weiterbildung in Deutschland anerkannt?

Grundsätzlich ja, sofern die Weiterbildung abgeschlossen wird. Allerdings bedeutet dies noch nicht, dass man damit gleich die Approbation als Psychologischer Psychotherapeut erhält. Dafür müssen Sie sich im jeweiligen Bundesland an das Ministerium (meistens Kultusministerium) wenden. Die prüfen dann Ihre Unterlagen und verlangen möglicherweise, dass Sie noch Teile der Weiterbildung in Deutschland nachholen und ein schriftliches Staatsexamen (die Prüfung zum Psychologischen Psychotherapeuten) nachholen. Ebenso können Sie mit unserer Weiterbildung nich den Berufsverbänden der DPG oder der DPV beitreten.

Psychopathologie

Ich habe Psychopathologie nicht im Nebenfach belegt. Was muss ich tun?

Um den Master Of Advanced Studies of Psychoanalytic Psychotherapie und den Titel Fachpsychologe / Fachpsychologin für Psychotherapie FSP zu erlangen, muss entweder ein Nebenfachstudium in Kinder- und Jugendpsychopathologie oder Erwachsenenpsychopathologie absolviert worden sein, oder es müssen mind. 8 Semesterwochenstunden Vorlesungen mit Psychopathologie als Lerninhalt belegt worden sein. Die Föderation Schweizer Psychologinnen und Psychologen FSP, nach deren Richtlinien wir unsere Weiterbildung ausrichten, hält dazu folgende Bestimmungen fest: Für den Fachtitel wird ein universitärer Nebenfachabschluss in Psychopathologie verlangt. An der Universität Basel ist die Psychopathologie Bestandteil des Psychologiestudiums und muss nicht zusätzlich belegt werden. Wer Psychopathologie nicht als Nebenfach belegt hat, benötigt Lehrveranstaltungen zu psychopathologischen Themen im Rahmen von mindestens 8 Semester-Wochenstunden innert mind. zwei Semestern. Dem Fachtitel-Antrag sind der Universitätsabschluss (mit der Fächerkombination) resp. die Belege für die besuchten Veranstaltungen zu psychopathologischen Themen beizulegen. (Quelle: http://www.psychologie.ch).

Wichtig! Zu beachten ist jedoch, dass diese Anforderungen nicht mit den jeweiligen Kantonalen Gesetzgebungen zur Erlagung einer Praxisbewilligung abgestimmt sind. Bitte erkundigen Sie sich selbständig bei der Gesundheitsdirektion des Kantones, in dem Sie später auch zu praktizieren beabsichtigen, nach den dort gültigen Bestimmungen bezüglich der Anforderungen zur Psychopathologie.