Trainings
In Initiativen wird an die Bevölkerung appelliert, mehr Zivilcourage zu zeigen. Öffentliche Appelle schaffen zwar ein Wertebewusstsein, sie zeigen jedoch häufig keine Wirkung auf das Verhalten. Wie oft hört man: „Ich weiss schon, ich hätte eingreifen sollen, aber ...“. Lähmende Gefühle von Angst und Unsicherheit, mangelndes Wissen, welches Verhalten angemessen ist, verhindern in kritischen Situationen, dass eigene Wertüberzeugungen auch in zivilcouragiertes Verhalten umgesetzt werden. Das Schweigen, die Tatenlosigkeit haben fatale Konsequenzen: Nicht nur, dass dem Opfer in einer kritischen Situation nicht geholfen wird; Schweigen kann als Zustimmung fehl interpretiert werden und letztlich die Gewaltneigung sogar fördern. Täter rechtfertigen nämlich ihre Taten häufig damit, sie vollzögen ja nur das, was die schweigende Mehrheit auch vertrete. Und damit gilt: Die schweigende Mehrheit, die Diskriminierung und Gewalt toleriert, macht diese erst möglich. Zivilcourage-Trainings sind also von grosser Bedeutung. Menschen müssen befähigt werden, Ansatzpunkte für ihr Handeln zu erkennen und Verhaltensweisen einzuüben, mit denen sie andere Menschen vor Gewalt und Diskriminierung schützen können, ohne sich selbst in allzu grosse Gefahr zu bringen.
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