Implizite Theorien der Willenskraft: Mechanismen, Replikation und Anwendung
Die Fähigkeit zur Selbstkorntrolle, zum initiieren und steuern von Verhalten, zum widerstehen bei Ablenkungen und Verlockungen und zum regulieren von Emotionen, ist eine der wichtigsten Funktionen des Selbst. Selbstkontrolle ermöglicht erfolgreiches Zielstreben und ist wichtig für die Integration des Individuums in die Gesellschaft. Eine einflussreiche Theorie der Selbstkontrolle ist das Stärkenmodell der Selbstkontrolle (Baumeister, Vohs, & Tice, 2007). Es postuliert, dass Selbstkontrolle eine limitierte Ressource ist, die sich erschöpft, wenn sie eingesetzt wird. Experimente haben gezeigt, dass Personen in ihrer Selbstkontrolle schlechter werden, wenn sie sich wiederholt kontrollieren müssen. Neuste Forschung deutet aber darauf hin, dass es eine Rolle spielt, was Menschen über Willenskraft denken (Job, Dweck, & Walton, 2010). Es konnte gezeigt werden, dass Personen schlechter wurden, wenn sie auch glaubten, dass Willenskraft eine limitierte Ressource ist. Personen, die denken, dass Willenskraft sich nicht erschöpft und dass sie sogar durch eine erste Selbstkontrollaufgabe angeregt werden kann, zeigen keine Leistungseinbussen bei den folgenden Aufgaben.
In einem aktuellen Forschungsprojekt, knüpfen wir an diese Forschung an. Erforscht werden die Mechanismen die Effekte impliziter Theorien der Willenskraft erklären können. Auch sollen die Befunde in unterschiedlichen Bereichen der Selbstkontrolle (Verlockungen widerstehen, Emotionskontrolle) repliziert werden. Aufbauend auf dieser Grundlagenforschung sollen dann, Anwendungsmöglichkeiten entwickelt und getestet werden. Geplant sind Interventionen, die eine nicht-limitierte Theorie der Willenskraft bei Personen fördern, die mit chronischen Anforderungen an die Selbstkontrolle konfrontiert sind (Bsp. Diabetes). Labor-Experimente, längsschnittliche Feldstudien und Interventionsstudien werden durchgeführt, um die Forschungsziele zu erreichen.
