Projekt: Zielorientierung im Erwachsenenalter
Persönliche Ziele beziehen sich nicht nur auf einen bestimmten Lebensbereich
(z.B. Familie, Beruf, Selbstentwicklung), sondern weisen unterschiedliche
Zielorientierungen auf. Ein- und dasselbe Ziel kann auf
unterschiedliche Weise repräsentiert sein: Als Gewinn («ich möchte fitter
werden»), als Aufrechterhaltung («ich will so bleiben wie ich bin») oder als
Verlustvermeidung («ich möchte nicht schlechter werden»). Eine Reihe von
Studien (Freund, 2006; Ebner, Freund & Baltes, 2006) zeigt, dass sich über das Alter in Abhängigkeit der verfügbaren
Ressourcen die Orientierung auf Gewinne hin zur Aufrechterhaltung und zur
Vermeidung von Verlusten entwickelt. Bisher ist jedoch nur wenig über
altersbezogene Unterschiede in der Zielverfolgung und deren Erfolg in
Abhängigkeit der Zielorientierung bekannt.
Eine weitere wichtige Unterscheidung in Bezug auf die Repräsentation von
Zielen ist die zwischen Ergebnis- und Prozessfokus (Freund, Riediger & Hennecke, in press
). Es ist anzunehmen, dass
der Zielfokus sich im Erwachsenenalter systematisch verändert. Welcher
Zielfokus dominiert und welcher günstiger ist, hängt dem zugrundeliegenden
lebensspannenpsychologischen Ansatz zufolge von Faktoren ab, die
mit dem chronologischen Alter verknüpft sind (Verfügbarkeit von Ressourcen,
Zeitperspektive). Altersbezogene Unterschiede in der Präferenz und
Adaptivität von Prozess- vs. Ergebnisfokus werden in einer Reihe von
Experimenten und Untersuchungen im Alltag junger, mittelalter und ältererer
Erwachsener getestet.
Prof. Dr. Alexandra M. Freund
Dipl.-Psych. Marie Hennecke
Dipl.-Psych. Maida Mustafic
