Wie mächtig ist dass grosse Unbewusste?
von Dr. phil. David Weiss

In einem Experiment wurden durstigen und nicht durstigen Personen subliminal (d.h. die Personen konnten die Information nicht bewusst wahrnehmen) ärgerliche, freundliche und neutrale Gesichter präsentiert, um eine unbewusste emotionale Reaktion auszulösen. Dann wurde gemessen, inwieweit die unbewusst ausgelösten Emotionen das Trinkverhalten veränderten, und ob sich durstige und nicht durstige Personen darin unterschieden.
Es zeigte sich, dass die Präsentation ärgerlicher und freundlicher Gesichter nur bei durstigen Personen zu erhöhtem bzw. verringerten Trinkverhalten führte. Durstige Personen, denen das ärgerliche Gesicht präsentiert wurde, tranken weniger und bewerteten das Getränk negativer. Durstige Personen, denen das fröhliche Gesicht präsentiert wurde, tranken mehr und bewerteten das Getränk positiver. Bei nicht durstigen Personen konnten keine Effekte beobachtet werden.
Zusammenfassend zeigt sich, dass die unbewusste Aktivierung emotionaler Reaktionen das Verhalten und die Einstellungen von Personen unter bestimmten Bedingungen beeinflussen kann. Unsere Motive reagieren zusammen mit unseren Emotionen und lösen so Verhalten aus. Diese Prozesse können unbewusst ablaufen und die genauen Gründe unseres Verhaltens müssen uns nicht immer zugänglich sein.
Quelle: Winkielman P., Berridge K.C., Wilbarger J.L. (2005) Unconscious affective reactions to masked happy versus angry faces influence consumption behavior and judgments of value. Personality and Social Psychology Bulletin, 31, 121–135.
