Ein Blick sagt mehr als viele Worte
von lic. phil. Regula Gasser

Neuere Studien haben sich deshalb mit der Frage befasst, welche Abläufe stattfinden, wenn Menschen miteinander sprechen und in Kontakt stehen. Dabei hat man festgestellt, dass die beobachtete Bewegung von anderen unter bestimmten Umständen die eigene Körperbewegung beeinflussen kann. Einige Arbeiten konnten nachweisen, dass die Aufmerksamkeit und die Augenbewegungen eines Beobachters den Blicken beobachteter Gesprächspartner folgen. Dabei können verschiedene Formen und Merkmale aus der Umgebung die Blickrichtung des Interaktionspartners ebenfalls bestimmen.
Die Anwesenheit anderer übt also einen grossen Einfluss auf das eigene Verhalten aus. So übernehmen Menschen durch die Beobachtung nicht nur spontan die Perspektive von anderen Menschen, sondern richten ihre Aufmerksamkeit auch deren Blickrichtung entsprechend aus. Die dazu nötigen Informationen werden neben der Kopf- und Körperposition vor allem über die Augen gewonnen und können durch Merkmale aus der Umgebung zusätzlich beeinflusst werden. Für die Verarbeitung von Augeninformationen ist ein neuronales System zuständig, das neben der Blickrichtung auch Emotionen und die Identität unseres Gegenübers verarbeitet. Dies zeigt, welch wichtige Rolle Augenbewegungen in verschiedenen Alltagssituationen spielen können.
Quelle: Wiese, E., Zwickel, J. & Müller, H.J. (2010). In-Mind Magazine, 2/2010.
