Ohne Spass kein Gemüse – Wie man den Verzehr von Gemüse bei Kindern erhöht
von Dipl.-Psych. Maida Mustafic

Das Team um Lucy Crooke von der «Abteilung für Epidemiologie und öffentliche Gesundheit» am University College in London hat untersucht, ob der Verzehr von Gemüse bei Kindern durch verschiedene Belohnungen gefördert werden kann. Sie teilten für die Studie Kinder in vier Gruppen ein. Eine Gruppe von Kindern bekam für den Verzehr von Gemüse einen Sticker, also eine materielle Belohnung, geschenkt. Eine zweite Gruppe wurde für den Verzehr von Gemüse gelobt. Kinder in einer dritten Gruppe bekamen gar keine Belohnung. Die vierte Gruppe, eine sogenannte Kontrollgruppe, nahm an keiner Intervention teil. Als Interventionsmassnahme bekamen die Kinder der ersten drei Gruppen an zwölf Tagen Gemüse zu essen und es wurde verglichen, wie viel Gemüse die Kinder vor der Intervention, unmittelbar danach, einen Monat und drei Monate später assen.
Unmittelbar nach der Intervention assen alle Kinder, die an den zwölf Tagen an das Gemüse «gewöhnt» worden waren, mehr Gemüse – selbst die Kinder, die keine Belohnung erhielten. Dieser Effekt währte aber nicht bei allen Gruppen gleich lange. Nur die Kinder, die eine Belohnung bekamen, ob in Form des Stickers oder eines Lobes, assen nach drei Monaten immer noch mehr Gemüse. Dies spricht dafür, den Verzehr von Gemüse bei Kindern durchaus mit einer Belohnung zu verbinden, die den Kindern Spass macht, denn das erhöht ihren Gemüseverzehr dauerhaft.
Quellen:
Bildquelle: aboutpixel.de/GRÜNER Spargel (c) Luise Meinhold
Cooke, L. J., Chambers, L. C., Añez, E. V., Croker, H. A., Boniface, D., Yeomans, M. R., et al. (2011). Eating for Pleasure or Profit. Psychological Science, 22(2), 190–196.
