Prof. Dr. Alexandra M. Freund
Professorin, Lehrstuhl für Angewandte Psychologie: Life-Management
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Prof. Dr. Alexandra M. Freund Universität Zürich Psychologisches Institut Angewandte Psychologie: Life-Management Binzmühlestrasse 14/11 CH-8050 Zürich |
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Aktuelle Interessens- und Forschungsschwerpunkte
- Prozesse der Entwicklungsregulation; Erfolgreiche Entwicklung
- Motivation über die Lebensspanne
- Entwicklung selbstbezogener Kognitionen und Emotionen über die Lebensspanne
- Lebenslanges Lernen
Kurzcharakterisierung der Forschung
Mein zentrales Forschungsinteresse bezieht sich auf entwicklungsregulative Prozesse über die Lebensspanne. Was sind die zentralen Prozesse, die individuelles Verhalten und Erleben über die Zeit lenken? Um diese Frage anzugehen, habe ich das Lebensspannenmodell der Selektion, Optimierung und Kompensation (SOK, Baltes & Baltes, 1990) in einem handlungstheoretischen Kontext elaboriert (z.B. Freund & Baltes, 2000). Die zentrale Annahme, die meine Forschung leitet, ist, dass Personen die Richtung und das Niveau ihrer Entwicklung aktiv durch die Auswahl und Verfolgung von Zielen mitbestimmen. Ziele beeinflussen die Entwicklung, indem sie Verhalten über die Zeit und Situationen hinweg organisieren und damit sowohl die Richtung von Entwicklung beeinflussen als auch das individuelle Funktionsniveau.
Ich unterscheide hierzu grob zwei Ebenen von Zielen (Freund, 2003, 2007):
(1) Altersbezogene Erwartungen:
Soziale Erwartungen und Normen reflektieren altersbezogene
Gelegenheitsstrukturen und Informationen über zielrelevante Ressourcen.
Persönliche Erwartungen über die zeitliche Strukturierung und
Sequenzierung von Zielen sind sowohl von allgemeinen sozialen
Erwartungen und Normen beeinfusst, als auch von persönlichen Werten und
Erfahrungen.
(2) Persönliche Ziele: Soziale und
persönliche Erwartungen können das Verhalten und Erleben unmittelbar
beeinflussen, sind jedoch auch massgeblich für die persönlichen Ziele,
die sich ein Individuum setzt und verfolgt. Zusätzlich zu bewusst
repräsentierten persönlichen Zielen wird Verhalten und Entwicklung auch
von nicht-bewussten Zielen und Motiven beeinflusst.
Um
die Rolle von Zielen für die Entwicklung über die Lebensspanne
umfassend empirisch zu untersuchen, verwenden wir einen
multi-methodalen Zugang, der Selbstbericht, Experimente und
prozessorientierte Studien umfasst. Auf der Ebene des Selbstberichts
verwenden wir beispielsweise einen Fragebogen, in dem die Prozesse der
Zielauswahl und -verfolgung unter Bedingungen der Gewinn- versus
Verlustorientierung erfasst werden. Mithilfe von Tagebuchverfahren,
Experience Sampling und Verhaltensmassen wird der Einfluss von
Zielorientierung (z.B. Gewinn- vs. Verlustorientierung, Prozess- vs.
Ergebnisorientierung) oder Zielbeziehungen (z.B. konfligierende vs.
Unterstützende Zielbeziehungen) auf Zeilengagement, -verfolgung,
-erreichtung und subjektives Wohlbefinden im Alltag untersucht.
Zusätzlich wird experimentell untersucht, wie sich die Zielorientierung
für unterschiedliche Altersgruppen auf Verhalten, Kognitionen und
Emotionen auswirkt.
Zentrale aktuelle Publikationen
- Freund, A. M., & Hennecke, M. (2011). Changing eating behaviour vs. losing weight: The role of goal focus for weight loss in overweight women. Psychology and Health. Advance online publication. doi:10.1080/08870446.2011.570867
- Freund, A. M., Hennecke, M., & Mustafic, M. (2012). On means and ends: Process and outcome focus. In R. M. Ryan (Ed.), The Oxford handbook of human motivation (pp. 280-300). New York, NY: Oxford University Press.
- Freund, A. M., Nikitin, J., & Ritter, J. O. (2009). Psychological consequences of longevity: The increasing importance of self-regulation in old age. Human Development, 52, 1–37. doi:10.1159/000189213
- Weiss, D., & Freund, A. M. (2012). Still young at heart: Negative age-related information motivates distancing from same-aged people. Psychology and Aging, 27, 173-180. doi:10.1037/a0024819
- Wiese, B. S., Seiger, C. P., Schmid, C. M., & Freund, A. M. (2010). Beyond conflict: Functional facets of the work-family interplay. Journal of Vocational Behavior, 77, 104–117. doi:10.1016/j.jvb.2010.02.011
Hier finden Sie das vollständige Schriftenverzeichnis
Ausbildung und Ehrungen
| 2002 | Habilitation, Venia Legendi für Psychologie; Freie Universität Berlin, Deutschland (Thema: Die Rolle von Zielen für die Entwicklung) |
| 2000–2005 | Gewähltes Gründungsmitglied der Jungen Akademie der Berlin Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Akademie der Naturwissenschaftler Leopoldina |
| 1994 | Dr. phil., Freie Universität Berlin, Deutschland (Thema: Wer bin ich? Inhalt, Struktur und Funktion der Selbstdefinition im höheren Alter) |
| 1989 | Diplom in Psychologie, Freie Universität Berlin, Deutschland (Thema: Selbstaufmerksamkeit und Lebensereignisse als Prädiktoren der Rückfälligkeit von Alkoholikern - Eine Überprüfung des Modells von G.J. Hull) |
Beruflicher Werdegang
| Seit 2005 | Ordinaria, Lehrstuhl "Angewandte Psychologie: Life-Management", Psychologisches Institut, Universität Zürich, Schweiz |
| 2003–2004 | Associate Professor of Human Development and Psychology, Northwestern University, Evanston, IL, USA |
| 2003 | Assistant Professor of Human Development, Learning Sciences, und Psychologie, Northwestern University, Evanston, IL, USA |
| 1994–2002 | Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin, Forschungsbereich: Entwicklungspsychologie (Direktor: Prof. Dr. P. B. Baltes) |
| 1993–1994 | Post-Doktorandin bei Prof. L. L. Carstensen, Stanford University, Stanford, CA, USA |
| 1990–1993 | Doktorandin am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Forschungsbereich: Lebensspannenpsychologie (Direktor: Prof. Dr. P. B. Baltes) |
| 1988–1989 | Studentische Forschungsassistentin, Projekt: Prävention von Verhaltensstörungen bei Schulkindern, Freie Universität Berlin (Leitung: Prof. Dr. M. Manns) |
| 1987–1989 | Studentische Hilfskraft, Gesundheitspsychologie, Freie Universität Berlin (Leitung: Prof. Dr. R. Schwarzer) |

