Betreuungs- und Bewertungsrichtlinien

Ziel einer Masterarbeit ist die Demonstration folgender Fähigkeiten und Fertigkeiten

  • eine sozial- oder wirtschaftspsychologische Fragestellung zu verstehen;
  • eine sozial- oder wirtschaftspsychologische Fragestellung zu verstehen;sie unter Berücksichtigung des aktuellen Forschungsstandes in einen Forschungsplan zu übersetzen;
  • eine sozial- oder wirtschaftspsychologische Fragestellung zu verstehen;diesen anhand geeigneter Methoden der Datenerhebung und –analyse umzusetzen;
  • eine sozial- oder wirtschaftspsychologische Fragestellung zu verstehen;vTheorie, Methoden und Ergebnisse klar, strukturiert darzustellen und zu präsentieren;
  • diese Schritte selbstständig durchzuführen.

Ablauf der Arbeit und der Betreuung

Die Anfertigung einer Masterarbeit gliedert sich in acht Meilensteine. Jedem Meilenstein folgt ein Feedback durch die Betreuungsperson, auf das der nächste Meilenstein aufbaut. Die Art des Feedbacks (E-Mail, persönliches Treffen etc.) kann individuell gestaltet werden.

Meilenstein Beschreibung
1. Forschungsplan
  • Nach Erstbesprechung und Themenvergabe erfolgen Literaturrecherche und –studium. Auf dieser Grundlage wird ein Forschungsplan (Exposé) inkl. Literaturliste erstellt, in der Fragestellung und Inhalt der Arbeit skizziert werden. Der Umfang des Exposé wird individuell mit der Betreuungsperson vereinbart. Je nach Qualität wird das Exposé zur Überarbeitung zurückgegeben.
2. Zeitplan und Methode
  • Nach dem der Forschungsplan den inhaltlichen Rahmen der Arbeit festlegt, gilt es im nächsten Schritt die Methodik zu präzisieren; dazu gehören u.a. Design, Erhebungsmethode und Operationalisierung
  • Daneben wird ein Zeitplan für das weitere Vorgehen erstellt
3. Präsentation des Forschungsplans im Foko
  • Ausarbeitung des Forschungsplans inkl. Zeitplan und Methode
  • Präsentation im Forschungskolloquium; anschliessend Überarbeitung anhand der Rückmeldungen.
4. Fragebogen und/oder Experimentmaterial
  • Anhand des Feedbacks zum Forschungsplan werden sämtliche Materialien erstellt, die für die eigentliche Datenerhebung erforderlich sind (Fragebögen, Designs, Programme etc.)
  • Im Anschluss, nach Freigabe durch die Betreuungsperson, beginnt die Datenerhebung und -eingabe.
  • Allfällige(s) Versuchsräume, -material etc. werden von den Studierenden selber organisiert. Die Betreuungsperson wird erst kontaktiert, wenn diese für Studierende nicht zugänglich und/oder kostenpflichtig sind.
  • Allfällige Kosten werden im Vorfeld mit der Betreuungsperson geklärt
5. Fertiger Datensatz
  • Nach Abschluss der Datenerhebung beginnt die Datenaufbereitung, und –bereinigung, an deren Ende die Abgabe des fertigen Datensatzes bei der Betreuungsperson steht
6. Ergebnispräsentation im FoKo oder LiMaDoKo
  • Basiert auf der Analyse anhand der gewählten statistischen Methode.
  • Ergebnisse werden in vorläufige Präsentationsform gebracht und vor der Präsentation besprochen
7. Erste Endfassung
  • Abgabe der ersten Endfassung der Arbeit (8 Wochen vor dem definitiven Abgabetermin).
8. Definitive Endfassung
  • Abgabe der zweiten, definitiven Endfassung.

Zeitplan

  • Die Masterarbeit sollte so konzipiert sein, dass sie innerhalb von maximal einem Jahr durchgeführt werden kann.
  • Zu Beginn der Arbeit wird von den Studierenden ein Zeitplan zum Ablauf der Arbeit aufgestellt, in dem auch die obligatorischen Meilensteine berücksichtigt sind.
  • Der Zeitplan wird mit der Betreuungsperson besprochen.
  • Die Einhaltung des Zeitplans ist Aufgabe der Studierenden.
  • Kann ein Zeitplan nicht eingehalten werden (z.B. aufgrund Verzögerungen in der Rekrutierung von Versuchspersonen) wird er entsprechend revidiert und die Betreuungsperson informiert.

Betreuung

  • Masterarbeiten werden in der Regel von einer Assistentin, einem Assistenten oder von Prof. Dr. Klaus Jonas betreut; in seltenen Fällen findet eine Doppelbetreuung statt. Das heißt auch, dass sich die Studierenden nur an die jeweilige Betreuungsperson wenden und keine weiteren Assistierenden oder Prof. Dr. Klaus Jonas zur Betreuung hinzuziehen.
  • Die Anzahl der Besprechungen variiert von Masterarbeit zu Masterarbeit und wird mit der Betreuungsperson individuell koordiniert. Als Faustregel können analog zu den 8 Meilensteinen 8 Besprechungen (mündlich oder schriftlich) angenommen werden. Diese Besprechungen können je nach dem auch im Rahmen der Projektgruppe stattfinden.
  • Allgemein gilt zu beachten, dass die Fähigkeit zum selbstständigen wissenschaftlichen Arbeiten das wichtigste Lernziel der Masterarbeit ist. Man sollte also nicht wegen jeder Frage oder Schwierigkeit bei den Betreuungspersonen nachfragen, sondern zunächst selber nach einer Lösung suchen. Eigeninitiative, Selbstständigkeit und Strukturiertheit von Seiten der Studierenden sind gewünscht, werden und werden auch vorausgesetzt. Anfragen wie zum Beispiel „Wie rechne ich einen t-Test?“ werden nicht beantwortet.
  • Voraussetzung für eine befriedigende und effektive Betreuung ist wechselseitige Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und Engagement: Besprechungs- und Abgabetermine werden von beiden Seiten eingehalten oder frühzeitig und begründet verschoben.

Besprechungen

Um vereinbarte Besprechungen effizient und effektiv zu gestalten ist eine gute Vorbereitung erforderlich. Daher sollten Besprechungen wie folgt ablaufen:

  • Vor jedem Treffen wird der Betreuungsperson eine kurze Email mit dem Ziel des Treffens, den zu klärenden Fragen und möglichen Lösungsvorschlägen zugesandt. Zudem werden Unterlagen, die als Besprechungsgrundlage dienen, frühzeitig der Betreuungsperon zugesandt.
  • Während dem Treffen erfolgt zuerst eine kurze Standortbestimmung, dann die Diskussion der Fragen und am Ende ein Fazit hinsichtlich der Klärung aller Fragen.
  • Nach dem Treffen wird der Betreuungsperson ein Kurz- bzw. Beschlussprotokoll zugesandt, in dem die Ergebnisse des Treffens, Beschlüsse und das weitere Vorgehen in Stichworten festgehalten sind.

Schriftliche Dokumente (formale Kriterien)

  • Alle schriftlichen Dokumente (auch Entwürfe, Skizzen, Präsentationen etc.) sind orthographisch und grammatikalisch korrekt und in Einhaltung der wissenschaftlichen Standards (APA-Richtlinien) abzugeben. Zweck: Betreuungsperson kann sich auf den Inhalt konzentrieren, ohne von der Form abgelenkt zu werden.
  • Texte, die zu viele orthographische oder grammatikalische Fehler aufweisen, werden ungelesen zurückgegeben.

Endfassung der Masterarbeit

  • Die Endfassung der Arbeit wird einmal gegengelesen.
  • Dazu wird die erste Endfassung mindestens 8 Wochen vor dem definitiven Abgabetermin der Betreuungsperson abgegeben. Achtung: Es handelt sich um die erste ENDFASSUNG, d.h. das Dokument muss in vollständiger und abgeschlossener Form und die formalen Kriterien (siehe oben) müssen eingehalten sein.
  • Das Gegenlesen soll gewährleisten, dass grobe inhaltliche Schnitzer vermieden und dass die Arbeit angenommen wird (mind. Note 4).
  • Die erste Endfassung fliesst in die Beurteilung der Arbeit mit ein.
  • Die erste Endfassung wird von der Betreuungsperson innerhalb von 4 Wochen korrigiert und innerhalb eines Feedbackgesprächs zurückgegeben.
  • Es besteht kein Anspruch darauf, dass bei der Begutachtung der zweiten Endfassung, nach Gegenlesen, eine bestimmte Note erreicht wird.
  • Die zweite und definitive Endfassung ist in gebundener Form abzugeben (je ein Exemplar für Betreuungsperson, Prof. Dr. Klaus Jonas, Sekretariat).
  • Zeitgleich abzugeben sind der vollständige Datensatz in dokumentierter Form und die elektronische Version der Arbeit als Word-Dokument und als pdf-Datei (mehr Informationen: siehe „Frequently Asked Questions“).

Persönliche Anforderungen

Neben den obligatorischen Meilensteinen sind an die Übernahme einer Masterarbeit auch persönliche Anforderungen geknüpft:

  • Eigenständigkeit;
  • Engagement;
  • Bereitschaft, sich auf das Forschungsthema einzulassen;
  • Bereitschaft, wissenschaftlich zu arbeiten und zu schreiben;
  • Bereitschaft, sich mit statistischen Methoden auseinander zu setzen;
  • Zeitliche Flexibilität: Je nach Phase der Arbeit wird mehr oder weniger Zeitinvestition nötig sein.

Bewertung

  • Nach Abschluss der Arbeit erstellt die Betreuungsperson ein Gutachten- und Notenvorschlag an Prof. Dr. Klaus Jonas, welcher das definitive Gutachten und die Note festlegt und für dies auch Verantwortung trägt.
  • Das Gutachten und die Note berücksichtigt die gesamte Leistung von der Übernahme des Themas bis und mit der Erstellung der definitiven Endfassung, d.h. alle obligatorischen Meilensteine sind Grundlage für die Bewertung; insbesondere fliesst also auch die Beurteilung der ersten Endfassung in die Schlussnote mit ein (siehe dazu auch weiter oben).
  • Es wird nicht nur a priori vorhandenes Wissen und Können (z.B. hinsichtlich der Statistik) berücksichtigt, sondern auch die Fähigkeit, sich neue Kenntnisse anzueignen, ebenso das persönliche Engagement.
  • Die Bewertungskriterien werden auf den nachfolgenden Seiten näher erläutert.

Daten und Publikation

  • Die Daten von Masterarbeiten sind in der Regel Besitz des Psychologischen Instituts der Universität Zürich, je nach Drittmittelprojekt zusätzlich auch des Auftraggebers.
  • Die Daten müssen in dokumentierter Form mit der definitiven Endfassung abgegeben werden (siehe weiter oben).
  • Die Daten dürfen von den Studierenden ausschließlich für die Masterarbeit genutzt und keinesfalls an Dritte weitergegeben oder für andere Zwecke genutzt werden.
  • Die Ergebnisse der Masterarbeit dürfen nur in Absprache mit der Betreuungsperson veröffentlicht werden (inklusive Vorträge, Poster etc.).
  • Von Arbeiten, die am Lehrstuhl für Sozial- und Wirtschaftspsychologie verfasst wurden, können die Ergebnisse gegebenenfalls in eine Publikation einfließen. Abhängig vom Umfang des Beitrags zum Manuskript können die Studierenden gegebenenfalls Mitautoren sein.

Bewertungskriterien für Masterarbeiten am Lehrstuhl für Sozial- und Wirtschaftspsychologie

Prozesskriterien:

Selbstständigkeit und Eigeninitiative
  • Die/Der Studierende zeigt sich in der Lage, selbstständig zu arbeiten. Dies bezieht sich auf alle Schritte einer Masterarbeit: Literaturrecherche, Hypothesenausarbeitung, Organisation der Datenerhebung, Datenauswertung und Verfassen des Berichts.
  • Auch bei einem von der Betreuungsperson vorgegebenen Masterarbeitsthema zeigt die/der Studierende in allen Schritten Eigeninitiative. Mit Übernahme des Themas trägt die/der Studierende Mitverantwortung für das Forschungsprojekt und bringt ihre eigenen, originellen Ideen kritisch und konstruktiv ein.
Sorgfalt und Verlässlichkeit
  • Einhaltung von Absprachen und Terminen,
  • Abgabe fehlerfreier Dokumente,
  • Angemessenen Backup von Datensätzen
  • Abgabe selbsterklärender Datensätze und Unterlagen.
Arbeitsbereitschaft
  • Es wird nicht erwartet, dass die/der Studierende in allen Bereichen des wissenschaftlichen Arbeitens (z.B. SPSS) bereits perfektes Können aufweist.
  • Die/Der Studierende sollte aber bereit sein, sich in die entsprechenden Methoden einzuarbeiten.
  • Dabei zeigt sie/er die Fähigkeit, sich neue Kenntnisse anzueignen.
  • Kritikpunkte und Anregungen der Betreuungsperson, aus der Projektgruppe oder dem Forschungskolloquium werden berücksichtigt.

Bewertungskriterien des Manuskripts

Aufbau und Struktur
  • Der Text ist nach inhaltlichen und formalen Kriterien sinnvoll gegliedert.
  • Die einzelnen Kapitel sind eine sachlich richtige Konsequenz der vorangehenden.
  • Der Leser wird angemessen durch den Text geführt.
  • Alle Manuskriptteile gemäß APA-Richtlinien sind vorhanden.
  • Alle relevanten Inhalte (z.B. Tabellen) sind an den von APA vorgesehenen Stellen enthalten.
  • Tabellen und Abbildungen sind sinnvoll eingesetzt und unter Einhaltung der APA-Richtlinien ansprechend gestaltet.
Titel, Inhalts-, Tabellen- und Abbildungsverzeichnis,
  • Der Titel umreißt den Inhalt der Arbeit (Schlüsselwörter).
  • Das Inhaltsverzeichnis orientiert über die Gliederung der Arbeit und enthält alle im Text vorkommenden Überschriften mit Seitenangaben.
  • Das Tabellenverzeichnis enthält alle im Text vorkommenden Tabellen mit Seitenangaben.
  • Das Abbildungsverzeichnis enthält alle im Text vorkommenden Abbildungen mit Seitenangaben.
Abstract
  • Das Abstract fasst die Studie angemessen zusammen Alle Manuskriptteile werden kurz und prägnant erwähnt.
Einleitung und Theorieteil
  • Die Hinführung zum Thema ist ausreichend.
  • Die Fragestellung ist hergeleitet, klar identifiziert und eindeutig formuliert.
  • Das Thema ist in einen größeren Zusammenhang eingeordnet und von den anderen Themen abgegrenzt.
  • Die Relevanz des Themas ist ausgewiesen.
  • Die Literatur wird angemessen berücksichtigt und korrekt wiedergegeben.
  • Hypothesen werden schlüssig aus den zitierten Theorien und Befunden abgeleitet.
  • Die Hypothesen sind präzise und logisch eindeutig formuliert.
Methodenteil
  • Die untersuchten Variablen werden ausreichend beschrieben und deren Wahl begründet.
  • Die theoretischen Konstrukte werden adäquat operationalisiert.
  • Auswahl und Umfang der untersuchten Stichprobe sind für die Fragestellung und die verwendeten Methoden angemessen.
  • Die Grundgesamtheit, die Stichprobe und das Auswahlverfahren sind beschrieben.
  • Die Erhebungs- und Auswertungsmethoden werden klar dargestellt und begründet.
  • Die relevanten deskriptiven Angaben zu den verwendeten Verfahren sind vollständig.
  • Der Ablauf der Datenerhebung ist ausreichend dokumentiert.
  • Die Methoden werden korrekt eingesetzt.
  • Insgesamt: Die Methode ist so detailliert beschrieben, dass eine Replikation der Studie möglich ist, aber die Übersichtlichkeit trotzdem erhalten bleibt.
Ergebnisteil
  • Die Ergebnisse werden anhand der Fragestellung/Hypothesen diskutiert.
  • Alle relevanten Ergebnisse sind vollständig und gemäß den APA-Richtlinien korrekt dargestellt.
  • Die Darstellung der Ergebnisse ist verständlich.
  • Die Ergebnisdarstellung ist klar von der Interpretation und Diskussion getrennt.
Diskussion
  • Die Ergebnisse werden in Bezug auf die Fragestellung bewertet,
  • Es werden alle wichtigen Interpretationsstränge aufgegriffen.
  • Der Bezug der Ergebnisse zu den Hypothesen ist eindeutig.
  • Die Ergebnisse werden im Hinblick auf die bereits vorliegende Literatur bewertet.
  • Für unerwartete Ergebnisse werden angemessene Erklärungsansätze diskutiert.
  • Mögliche Beschränkungen des methodischen Vorgehens sowie die Generalisierbarkeit der Ergebnisse werden diskutiert.
  • Die Arbeit wird kritisch reflektiert.
  • Mögliche Implikationen für Theorie und Praxis werden diskutiert.
  • Weiterreichende Fragen und Vorschläge für zukünftige Untersuchungen werden aufgezeigt.
Formale Korrektheit
  • Die APA-Richtlinien sind korrekt angewendet.
  • Zitate und Literaturverzeichnis sind vollständig aufgeführt und korrekt.
  • Abbildungen und Tabellen sind korrekt dargestellt und beschriftet.
  • Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung sind korrekt.
Anhang und Dokumentation der Arbeit
  • Der abgegebene Datensatz ist vollständig und ausreichend dokumentiert.
  • Die selbst erstellten Materialien sind vollständig dokumentiert.
  • Alle verwendeten Verfahren sind dokumentiert.
Übergreifende Aspekte der schriftlichen Arbeit
  • Die Sprache ist wissenschaftlich, klar und präzise.
  • Zentrale Begriffe werden definiert und konsistent verwendet.
  • Der Text ist stilistisch und formal sorgfältig ausgearbeitet
  • Die Arbeit ist ansprechend gestaltet (Schriftbild, Umbruch, Titelblatt etc.).
  • Umfang und Inhalt der Arbeit stehen in einem angemessenen Verhältnis zueinander