Studie "Lesenlernen und Dialekt"

Originaltitel: "Neural mechanisms of linguistic mismatch: reading and writing difficulties and their prediction by neural measures in children speaking Swiss German"

In dieser Studie untersuchen wir die neuronalen Mechanismen der phonetischen und syntaktischen Unterschiede von Schweizerdeutsch und Hochdeutsch bei Kindern und Erwachsenen. Zudem interessieren uns die Unterschiede im Lesen und Schreiben von Kindern mit schweizerdeutscher Muttersprache im Gegensatz zu Kindern mit hochdeutscher Muttersprache, und wie diese Unterschiede mit der Sprachverarbeitung im Kindergarten zusammen hängen. Kinder mit Schweizerdeutscher Muttersprache haben am Anfang vermutlich mehr Schwierigkeiten beim Lesen- und Schreibenlernen, da sich das ihnen gewohnte Schweizerdeutsch sowohl lautsprachlich als auch grammatikalisch vom Hochdeutschen unterscheidet.

In einer Längsschnittstudie untersuchen wir Kinder im Kindergarten und die gleichen Kinder am Ende der 1. Klasse. Dabei messen wir im Kindergarten, wie sich die Verarbeitung von Schweizerdeutsch und Hochdeutsch in den Hirnströmen zeigt. (EEG, Elektroenzephalographie). Besonders interessiert uns, welche neuronalen Mechanismen in der lautlichen und grammatikalischen Sprachverarbeitung im Kindergarten die Unterschiede im Lesen und Schreiben in der 1. Klasse vorhersagen können.

Wir erhoffen uns dabei zu klären, zu welchem Grad Kinder, die Dialekt sprechen, beim Lesen- und Schreibenlernen in der 1. Klasse benachteiligt sind. Diese Studie kann auch dazu beitragen, dass Trainingsprogramme verbessert oder schulische Richtlinien angepasst werden, um Kindern in der Schweiz das Lesen- und Schreibenlernen zu erleichtern.