MASP - Postgraduale Weiterbildung in Psychoanalytischer Psychotherapie

Was ist psychoanalytische Psychotherapie?

Psychoanalytische Psychotherapie umfasst ein Spektrum von verstehend-aufdeckenden Behandlungsangeboten für psychische und psychosomatische Störungen, das auf wissenschaftlich fundierten Theorien und Praxismodellen zur psychischen Entwicklung, zur therapeutischen Beziehung und Störungslehre basiert. Psychoanalytische Psychotherapie zielt auf das Verständnis unbewusster Konflikte, auf eine Stärkung des Ichs, auf die Sensibilisierung für maligne Abwehrmechanismen und auf die Förderung persönlicher Ressourcen. Dieser kurative Prozess findet im Rahmen einer tragenden und konfliktfähigen Beziehung statt, die sich einem wohlverstandenen Abstinenz- und Neutralitätsgebot verpflichtet und den Patienten zur Selbstoffenbarung ermutigt. Psychoanalytische Standardtechniken werden flexibel an das jeweilige Störungsbild angepasst und entsprechend modifiziert. Wenn es sich um unbewusste Konflikte auf hohem Integrationsniveau der Persönlichkeit handelt, empfiehlt sich - bei stabilem Arbeitsbündnis - die Analyse von Wunsch und Abwehr auf der Ebene der Übertragungs-Gegen­übertragungsinszenierung, der Assoziation und der Deutung. Geht es um Störungen mit fragilem Integrationsniveau, in de­ren Zentrum eine aggressive und destruktive Dynamik steht, kommen interaktionelle Techniken zur Anwendung. Schwerpunkte unseres Weiterbildungsganges sind das systematische Verständnis therapeutischer Beziehungsaufnahme, die Etablierung eines Arbeitsbündnisses und die Gestaltung der Beziehung im Prozess. Ferner ist die begleitende Analyse aktueller Behandlungsverläufe, deren Erfassung in der Falldokumentation und die eingehende Erörterung grundlegender Fragen zu Psychodiagnostik, Indikation und Behandlungstechniken von grosser Bedeutung.

Ziele der Weiterbildung

Die Weiterbildung gibt eine praxis- und übungsorientierte Anleitung in psychoanalytischer Diagnostik, Therapieplanung und Interventionstechniken. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen die Fähigkeit erwerben, die Indikation für psychoanalytische Therapie zu stellen und aufgrund von Erstgesprächsinformation und Anamnese ein therapeutisches Programm zu erarbeiten, psychoanalytische Therapien in unterschiedlichen institutionellen und ambulanten Behandlungssettings durchzuführen, mit psychoanalytischer Dokumentation, Fallbeschreibung und Verlaufsanalyse umzugehen und die Qualitätssicherung im psychodynamischen Kontext zu gewährleisten.