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  • Tooth Fairy guilty of favouritism! - Die Präferenzen der Zahnfee

    Medienmitteilung

    Zürich, 11.12.2017

     

    Der erste Zahnverlust ist für Kinder ein einschneidendes Erlebnis. Er geht einerseits einher mit dem Verlust eines - wenn auch kleinen - Körperteils, er bedeutet andererseits einen qualitativen Schritt in die Welt der Erwachsenenwelt. Diesen Entwicklungsschritt und die damit einhergehenden Gefühle und Ängste der Kinder sowie die begleitenden Massnahmen der Eltern untersuchten Forscher der Universität Zürich. In einem interdisziplinär angelegten Forschungsprojekt (Zentrum für Zahnmedizin, Psychologisches Institut, Kinderspital, Schulzahnärztlicher Dienst, Stadt Zürich) wurde eine Fragebogenstudie durchgeführt. Die Eltern von insgesamt 3617 Kindern, die mindestens einen ihrer Milchzähne bereits verloren hatten, wurden gebeten, Auskunft darüber zu geben, wie ihr Kind diesen Zahnverlust erlebte. In der Studie, die gerade in der Weihnachtsausgabe des Medical Journal of Australia erschienenen ist, stand dabei der elterliche Einsatz von magischen Figuren, wie zum Beispiel der Zahnfee im Vordergrund.

     

    Die Ergebnisse zeigen eine Reihe interessanter Aspekte auf. Insgesamt stiess die Studie auf reges Interesse bei den Eltern, was sich an der vergleichsweise hohen Rücklaufquote von über 35% ablesen lässt. Der Zahnverlust der eigenen Kinder lässt Eltern also nicht kalt. Die Auswertung der Fragen ergab, dass ein sehr grosser Teil der Kinder (>70%) Besuch von der Zahnfee bekommt und dies sogar, obwohl nur etwa die Hälfte der Kinder tatsächlich an die Zahnfee glaubt. Dabei ist der Glaube an die Zahnfee bei Kindern ähnlich verbreitet wie der Glauben an religiöse Fantasiefiguren wie den Weihnachtsmann, Engel oder den Osterhasen. Im Vergleich glauben Kinder viel häufiger an die Zahnfee als an andere magische Figuren wie Einhörner, Hexen und Monster. Meist tauscht die Zahnfee den verlorenen Milchzahn gegen Geld ein. Dabei zeigt sich die Zahnfee unterschiedlich grosszügig. Während sie im Durchschnitt CHF 7.19 unter das Kopfkissen legt, ist sie in manchen Fällen (CHF 0,-) eher geizig, während sie sich zumindest bei einem Kind (CHF 70,-) als überaus grosszügig erweist. Die Ergebnisse der Studie zeigen weiter, dass die Zahnfee bei ihren Besuchen gewisse Kinder bevorzugt, also durchaus parteiisch ist: Sie besucht häufiger Knaben, ältere Kinder und jene, die an sie glauben. Keinen Einfluss auf die Besuche der Zahnfee hat die Häufigkeit des Zähneputzens.

     

    In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass der Weihnachtsmann nicht immer gerecht vorgeht, und schon gar nicht zu berücksichtigen scheint, wie nett oder bösartig Kinder sich im Laufe des letzten Jahres verhalten haben. Die Daten der aktuellen Studie zeigen, dass diese nicht immer gerechte Vorgehensweise auch auf die Zahnfee zuzutreffen scheint und dass auch sie klare Präferenzen hat, wen sie für den Verlust eines Milchzahns wie grosszügig belohnt.

     

    Originalpublikation: Patcas, R., van Waes, H. J. M., Daum, M. M., Landolt, M. A. (2017). Tooth Fairy guilty of favouritism! The Medical Journal of Australia. DOI: 10.5694/mja17.00860

    Kontakte:

    PD Dr. med. dent. Raphael Patcas, PhD, Klinik für Kieferorthopädie und Kinderzahnmedizin, Zentrum für Zahnmedizin, Universität Zürich, mailto: Raphael.Patcas@zzm.uzh.ch

    Dr. med. dent. Hubertus J M van Waes, Klinik für Kieferorthopädie und Kinderzahnmedizin, Zentrum für Zahnmedizin, Universität Zürich und Schulzahnärztlicher Dienst der Stadt Zürich, mailto: Hubertus.vanWaes@zzm.uzh.ch

    Prof. Dr. Moritz M Daum, Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie: Säuglings- und Kindesalter, Psychologisches Institut, Universität Zürich, mailto: daum@psychologie.uzh.ch

    Prof. Dr. Markus A Landolt, Lehrstuhl für Gesundheitspsychologie des Kindes- und Jugendalters, Psychologisches Institut, Universität Zürich und Abteilung für Psychosomatik und Psychiatrie, Universitäts-Kinderspital Zürich. mailto: markus.landolt@kispi.uzh.ch

     

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  • Die wunderbare Welt der Kinder!

    Ein Kindergarten wurde für die aussergewöhnliche Dokumentation mit Kameras und Mikrofonen ausgestattet. Elf fünfjährige Kinder werden von erfahrenen Erzieherinnen betreut, die die Kleinen spielerisch in neue Situationen versetzen. Die Eltern befinden sich in einem Nebengebäude und können das Sozialverhalten der Kinder später auf einem Bildschirm verfolgen. Moritz Daum und Sabina Pauen (Universität Heidelberg) bringen spannende wissenschaftliche Tests mit, um den Eltern die Welt ihrer Kinder näher zu bringen.

    "Die wunderbare Welt der Kinder“ zeigt ein Lebensalter, das Entwicklungspsychologen mit grosser Neugierde betrachten, weil hier schon wesentliche Grundlagen für die spätere Persönlichkeit gelegt werden.

    Vox zeigt "Die wunderbare Welt der Kinder – Wir sind 5!“ am 9. und 16. Januar sowie "Die wunderbare Welt der Kinder – Wir sind 6!“ am 23. Januar 2018 jeweils dienstags um 20:15 Uhr.

    https://www.vox.de/…/se…/die-wunderbare-welt-der-kinder.html

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  • Wie unsere Fingerfertigkeit uns hilft andere zu verstehen

    Eine neue Publikation von uns ist erschienen, dieses Mal geht es um die gesamte Lebensspanne.

    In einer aktuellen Studie haben wir untersucht, wie sich der Zusammenhang von Handlungsvorhersage und Handlungsausführung über die Lebensspanne entwickelt.
    Hierzu wurde die Handlungsvorhersage von 181 Personen zwischen 20 und 80 Jahren während dem Ausführen verschiedener Zweitaufgaben (kognitiv und motorisch) gemessen. Es zeigte sich, dass die Handlungsvorhersage am meisten durch die motorische Zweitaufgabe gestört wurde. Zudem nahm diese motorische Interferenz mit dem Alter zu. Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass motorisch kompetente Personen – unabhängig von ihrem Alter - eine flexiblere Handlungsvorhersage zeigen. Das Verständnis von Handlungen anderer ist demnach beeinflusst von unseren eigenen motorischen Fähigkeiten.

    Das ganze Paper gibt es hier zu lesen:
    https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00426-017-0941-z

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  • Wie Kultur unser Verhalten beeinflusst

    In unserer kürzlich veröffentlichten Studie haben wir untersucht, wie Kinder aus verschiedenen Kulturen auf Normverletzungen reagieren.

    Wie Kultur unser Verhalten beeinflusst
    Wie Kultur unser Verhalten beeinflusst

    http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0022096517304113

    Kinder im Alter von 3.5 Jahren beobachteten eine Person beim Durchführen einer neuartigen Handlung. Anschliessend durfte die Handpuppe Max damit spielen und machte die Handlung auf eine andere Weise. Es zeigte sich, dass die kulturellen Werte der Eltern vorhersagen konnten, ob die Kinder das Verhalten von Max duldeten und abwarteten, Max erklärten, wie es richtig ginge ("dä druff neh") oder ganz klar auf die Normverletzung hinwiesen ("Nei, so macht mers nöd"). Wir konnten mit dieser Studie zeigen, dass unser Verhalten schon sehr früh kulturell beeinflusst wird.   

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  • Beitrag zum Thema «Nacktheit» von Moritz Daum

    Moritz Daum hat in der aktuellen Ausgabe des aware - Magazin für Psychologie einen kleinen Beitrag verfasst. Das ganze Heft ist dem Thema «Nacktheit» gewidmet. Viel Vergnügen beim Lesen!

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